Eingeweiht: Erste Autos rollen über die Öresund-Verbindung - DER SPIEGEL
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Eingeweiht Erste Autos rollen über die Öresund-Verbindung

Schweden und Dänemark sind erstmals über den Landweg verbunden. Seit Samstag Abend 23 Uhr rollen Autos über den Öresund. Wenige Stunden später wurde auch die Bahnverbindung freigegeben. Die Dauer der Zugfahrt etwa von Hamburg nach Stockholm verkürzt sich um eine Stunde.
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Kopenhagen/Malmö - Insgesamt knapp sechs Milliarden Mark hat der 16 Kilometer lange Jahrhundert-Bau verschlungen. Zur feierlichen Einweihung trafen sich die dänische Königin Margrethe II. und der schwedische Regent Carl XVI. Gustaf am Samstag per Eisenbahn in der Mitte der Querung auf der künstlich aufgeschütteten Insel Peberholmen. Überschattet wurde die Feier vom Unglück bei dem nur 40 Kilometer entfernt stattfindenden Roskilde-Festival, wo in der Nacht zuvor acht Konzertbesucher erdrückt oder zu Tode getrampelt worden waren. Die Teilnehmer der Eröffnungsfeier, darunter auch die kompletten Regierungen beider Länder, gedachten der Opfer mit einer Schweigeminute.

Die Öresund-Verbindung zwischen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen und Schwedens drittgrößter Stadt Malmö ist mit einer Länge von 15,84 Kilometern das drittgrößte europäische Querungsprojekt nach dem britisch-französischen Kanaltunnel (50,3 km) und der innerdänischen Verbindung über den Großen Belt (18 km). Sie besteht aus einem 3,5 Kilometer langen Senktunnel ab Kopenhagen, der zu der 4,1 Kilometer langen künstlichen Insel Peberholm führt. Die Verbindung von dort nach Malmö stellt eine 8,2 Kilometer lange Brücke her. Die 1092 Meter lange Hochbrücke in der Mitte wird von je 203,5 Meter hohen Pfeilern getragen.

"Jetzt können wir Dänen und Schweden einander wirklich entdecken", sagte die dänische Königin Margrethe bei ihrer Einweihungsrede. Der von seiner Frau, Königin Silvia, begleitete König Carl Gustaf meinte, er freue sich persönlich auch, dass die Verbindung zu seinen Verwandten in Kopenhagen nun enger werde. Margrethe ist eine Kusine von Carl Gustaf.

Der dänische Ministerpräsident Poul Nyrup Rasmussen sagte: "Die Bedeutung der Brücke für die Öresundregion kann man mit der des Mauerfalls in Berlin für das Verhältnis zwischen Ost und West vergleichen." Sein schwedischer Kollege Göran Persson erklärte, er hoffe die Entwicklung einer dynamischen neuen Öresund-Region beiderseits der Grenzen, ohne dass Dänen und Schweden ihre Verschiedenartigkeit aufgeben müssten. Im Einzugsgebiet der Öresundregion leben 3,3 Millionen Menschen.

Für den Verkehr stehen eine vierspurige Autobahn und zwei Bahngleise zur Verfügung. Für Autos kostet eine einfache Überfahrt 230 dänische Kronen (60 Mark). Nach Angaben der dänischen Staatsbahn DSB muss in den ersten Monaten mit erheblichen Verspätungen im Bahnverkehr gerechnet werden, ehe das neue System eingespielt ist.

Als letztes der drei großen Querungsprojekte zur Anbindung Skandinaviens an das europäische Kontinent noch offen ist die 23 Kilometer lange Querung des Fehmarnbelt zwischen dem dänischen Rödby auf der Insel Seeland und Puttgarden auf Fehmarn in Schleswig- Holstein. Hier haben die Regierungen in Berlin und Kopenhagen zwar grundsätzlich ihre Bereitschaft für einen Bau bekundet, sind aber vor allem wegen unterschiedlicher Finanzierungspläne noch nicht zu verbindlichen Entscheidungen gekommen.