Grüne Brücke in London: Der Garten auf der Themse
Park auf der Themse Londoner Gartenbrücke wird wohl gebaut
Flankiert von Bäumen und Büschen könnten Fußgänger schon in wenigen Jahren über die Themse schlendern. Die sogenannte Garden Bridge, anfangs als utopische Vision angesehen, steht kurz vor der Realisierung. Die beiden Gemeinden Westminster und Lambeth, deren Votum für die Genehmigung notwendig war, haben dem Plan zugestimmt.
Jetzt muss nur noch der Londoner Bürgermeister Boris Johnson sein Go geben. Er hat das Projekt einer ikonischen Brücke bisher unterstützt - sie würde die Hauptstadt zu eine "fußgängerfreundlicheren und lebenswerteren Metropole machen". Mit seinem Segen könnte mit dem Bau bereits im kommenden Jahr begonnen werden, berichtet die britische Zeitung "The Telegraph". Die Brücke soll von South Bank am Südufer der Themse zur U-Bahnstation Temple auf der anderen Seite führen.
Der Vorschlag für die Garden Bridge stammt ursprünglich von der Schauspielerin Joanna Lumley. Entworfen wurde sie von Thomas Heatherwick, der mit dem Doppeldeckerbus ein schon bestehendes Londoner Wahrzeichen modernisiert hatte. Das Regelwerk für den gebogenen Garten steht schon: Der Zutritt zum 367 Meter langen Überweg wird nur Fußgängern erlaubt sein. Radfahrer sollen vom Sattel steigen, Hunde werden angeleint, Autos und andere Verkehrsmittel sind nicht zugelassen.
Der im November 2013 gegründete Garden Bridge Trust, der das Projekt im Auftrag der Verkehrsgesellschaft Transport for London (TfL) leitet, will mit der Brücke ein neues Wahrzeichen für London erschaffen. Die Kosten belaufen sich nach TfL-Schätzungen auf 120 bis 150 Millionen Pfund (knapp 200 bis fast 250 Millionen Euro). 30 Millionen Pfund will die Regierung tragen, weitere 30 Millionen steuert die TfL bei. Der Rest muss über private Spenden zusammenkommen.
Kritiker bemängeln nicht nur die hohen Kosten, sondern auch dass die Brücke die Sicht auf die St. Paul's Cathedral verschandele. "Die Kosten sind fünf- bis zehnmal so hoch, wie sie für eine Fußgängerbrücke sein sollten", sagte der Brückenfachmann Simon Bourne zum Sender BBC London. Die Kupferverkleidung mache die Garden Bridge so teuer. "Man muss die Brücke nicht nur als Infrastruktur begreifen, sondern auch als ein Kunstwerk. Es ist sein Geld nicht wert, und ich finde nicht, dass es gutes Design ist."