Hochwasser: Deich soll Venedig schützen - DER SPIEGEL
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Hochwasser Deich soll Venedig schützen

Weil Venedig immer öfter mit Hochwasser zu kämpfen hat, soll ein Hightech-Deichsystem gebaut werden. In spätestens acht Jahren soll der Schutzwall fertig gestellt sein und die Stadt vor dem Untergang bewahren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Rom - Nach 20-jähriger Planungszeit soll die italienische Regierung den Bau des Deichsystems nun genehmigt haben, so berichten verschiedene italienische Medien. Die Kosten werden sich voraussichtlich auf rund fünf Milliarden Mark belaufen. Das Deichsystem soll aus 79 mobilen Schleusen bestehen, die fünf Meter dick, 20 Meter breit und bis zu 30 Meter hoch sind. Sie sollen in drei Zugängen zur Lagune in Malamocco, Chioggia und Lido befinden. Sobald der Wasserstand um mehr als 110 Zentimeter über dem Normalpegel liegt, werden die Schleusen automatisch hochgefahren.

Damit soll verhindert werden, dass Venedig von "acqua alta", dem immer wiederkehrendem Hochwasser, heimgesucht wird. Zusätzlich sollen Tankschiffe künftig an der Einfahrt in die Lagune gehindert werden. Eine neue Ölleitung soll ihre Entladung außerhalb der Lagune ermöglichen.

Umweltschützer haben den Sinn des Projekts allerdings in Frage gestellt. "Mose wird neue Umweltprobleme verursachen und es besteht die Gefahr, dass die Lagune in einen riesigen Teich verwandelt wird", sagte der Grüne Politiker Sauro Turroni. Das Riesenprojekt sei nur ein großes Geschäft für die Errichterfirmen.

Nach Angaben von Wissenschaftlern ist die Hochwassergefahr für Venedig in den vergangenen Jahrzehnten extrem gestiegen. Es trete jetzt vier Mal häufiger auf als noch vor 100 Jahren. Nach tagelangen Regenschauern stand das Wasser auf dem Markusplatz Mitte November kniehoch. Wer die Lagunenstadt trotzdem besichtigen wollte, musste zu Gummistiefeln greifen.