Hotel Imperial Feine Adresse am Wiener Ring
Wien - Das Gästebuch des Imperial an der Ringstraße liest sich wie ein "Who is Who" der internationalen High Society. Seit fast 130 Jahren steigen hier Royals, Staatschefs, Rockstars und andere Berühmtheiten ab. Und entsprechend lange ist die Liste der ausgefallenen Wünsche, die hier schon in Erfüllung gingen.
Einmal habe ein Mann für seine Angebetete 10.000 Rosen aus einem Hubschrauber über dem Imperial abgeworfen, heißt es. "Ein anderer verlangte mitten in der Nacht plötzlich 100 weiße Rosen", erzählt Sprecherin Petra Engl-Wurzer. Der weltberühmte britische Geiger Nigel Kennedy soll einmal nicht weniger als zehn Luftbefeuchter angefordert haben, um seine "Stradivari" adäquat lagern zu können.
Die drei Butler des Hauses wurden in England ausgebildet und dürften einzigartig sein in Österreich. Sie sind bestrebt, wirklich keinen Wunsch eines Gastes unerfüllt zu lassen. So wird an Wiens feinster Adresse die Tageszeitung gebügelt, damit die Druckerschwärze den Leser nicht beschmutzt. Das Frühstück kommt selbstverständlich ans Bett.
Die Suiten sind das Herzstück des Hauses und Luxus hat seinen Preis. Die kleinste, die "Imperial Juniorsuite", kostet in der Hochsaison 14.000 Schilling (2000 Mark/1020 Euro), während man für eine Nacht in der "Royal Suite" 55.000 Schilling (7800 Mark/4000 Euro) bezahlen muss. Dafür erhält man die Dienste eines Butlers, der für seine "Herrschaften" Koffer ein- und auspackt oder Einkaufen geht.
Pop-Star Michael Jackson soll Ende der neunziger Jahre "inkognito" fünf Tage lang in Wien gewesen sein und habe im Imperial sein Zuhause gefunden. Mit Bart und Brille verkleidet sei er ein- und ausgegangen, so die Hotelsprecherin. VIP-Gäste erhalten ohnedies prinzipiell Decknamen um anonym bleiben zu können.
Anonym bleiben wollten die Rolling Stones bei ihren Wien-Aufenthalten nicht. Trotzdem soll Frontmann Mick Jagger einmal Schwierigkeiten gehabt haben, vor lauter Fantrubel das Hotel zu verlassen, als er auswärts Abendessen wollte. Er sei daraufhin im Privat-Pkw des Imperial-"Wagenmeisters" Christian Frühwirt zu einem Restaurant in der Wiener Innenstadt chauffiert worden.
Feierlich eröffnet wurde das Imperial am 28. April 1873 von Kaiser Franz Josef anlässlich der Weltausstellung in Wien. Das Haus liegt dort, wo Prinz Philipp von Württemberg 1866 ein Palais im Stil der Neo-Renaissance errichten ließ. Die Wiener Stadtverwaltung jedoch ließ hinter dem Haus bauen und verunstaltete damit die dort gelegene Parklandschaft. Dies ärgerte den Monarchen so sehr, dass er das Palais nie bezog.
Heute hat das Hotel Imperial 138 Zimmer, davon 32 Suiten. Alle Zimmer sind sorgfältig restauriert. Kostbare Antiquitäten verleihen dem Haus ein Ambiente des Wien im 19. Jahrhundert. Aber freilich hat auch die Moderne längst Einzug genommen ehrwürdigen Bau. Und das nicht zuletzt mit der Einrichtung eines Fitnessraums, der nach Auskunft der Direktion ganz besonders für die nordamerikanischen Gäste sehr wichtig ist.
Aber nicht nur ausländische Gäste besuchen das Imperial. Im Café des Hotels treffen sich regelmäßig die Spitzen der österreichischen Politik und Wirtschaft. Und Ex-Rennfahrer und Airline-Besitzer Niki Lauda bezeichnet das Imperial ganz unbescheiden als sein "Büro".