Im Smart ans Nordkap Am Ende Europas
Am 16.02.2000 um 12 Uhr mittags kommen wir am Nordkap an. Nach 3830 selbst gefahrenen Kilometern ist das selbst gesteckte Ziel keine Fiktion mehr: der gelbe Smart mit den schweizerischen Kontrollschildern SO 107849 steht auf 71 Grad 10 Strich Nord.
Honningsvåg, das Gemeindezentrum der Gemeinde Nordkapp auf der Insel Magerøy im Bezirk Finnmark, diente schon vielen Abenteurern als Ausgangspunkt für den Weg ans Nordkap. Da wir hier übernachteten, fahren auch wir nach Skarsvåg. Zum Nordkap führt eine 13 Kilometer lange Straße, die allerdings zwischen Oktober und Mai wegen meterhohen Schnees gesperrt ist. Selbst wenn die Passage mal frei sein sollte, ist das noch längst keine Garantie für eine sichere Hin- und Rückfahrt. Dank starker Winde und enormer Schneeverwehungen kann die Straße binnen Stunden unpassierbar werden. Also lassen wir den Smart an der Kreuzung stehen und wechseln in Skarsvåg auf einen Schneetaxi.
Unter kundiger Leitung erreichen wir innerhalb einer knappen halben Stunde das Nordkap. Die Nordkaphalle wird extra für uns geöffnet. Wir haben auch die Möglichkeit, eine beeindruckende Videoshow zu sehen. Der Souvenirshop steht uns kurze Zeit zur Verfügung. Auf eigene Faust besichtigen wir die völlig menschenleeren Räume, durch die im Sommer hunderte von Touristen strömen.
Der Rückweg im Schneetaxi führt uns am Smart vorbei wieder zurück nach Skarsvåg. Beim Schneetaxi-Unternehmen steht zwischen dem Smart und dem Puch G ein großes Raupenfahrzeug. Wie uns sein Besitzer erklärt, fährt auch dieses mit einem Mercedes-Motor. So treffen sich sogar im nördlichsten Fischerdorf Europas drei "blutsverwandte" Fahrzeuge.
Zu einem typisch saisonalen Abendessen der Finnmark sind wir bei Familie Sandberg in Honningsvåg eingeladen. Es gibt "ferskfest og mølje" - fangfrischen Dorsch, Dorscheier, Dorschleber und Pellkartoffeln.
Nun steht der Rückweg durch die Weiten Finnlands als Nächstes auf dem Programm.