Im Smart ans Nordkap: Das Eishotel - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Im Smart ans Nordkap Das Eishotel

Bevor es weiter nach Norwegen geht, erleben die Nordkap-Fahrer eine ungewöhnliche Nacht: Im Eishotel in Jukkasjärvi sind nicht nur die Bar und die Gläser, sondern auch die Betten aus Eis.
Von Christoph Minder
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach dem Check-in im Eishotel  und einer kurzen Tour durch die Hotelanlage gibt es erst einmal Abendbrot. Doch anstatt einfach in einen Speisesaal einzukehren, mussten Mischa, Lorenz und ich raus in die Kälte. Mit Tretschlitten geht es rund 800 Meter weit in Richtung Essenstisch. Dort angekommen stellen wir schnell fest, dass sich die Mühe gelohnt hat: Verschiedene landestypische Gerichte werden aufgetischt: Rentierfleisch, Fisch, Pilze, Ente - kulinarisch keinesfalls langweilig. Nach Dessert und Kaffee testen wir natürlich die Eisbar. Es ist schon ein besonderes Gefühl, seinen Drink mal "in the rocks" statt "on the rocks" zu kippen. Selbst die Gläser sind aus Eis und somit einfachst recycelbar.

Selbstverständlich schläft man im Eishotel in Betten aus Eis, auf denen aber konventionelle Matratzen liegen, die mit Rentierfellen belegt sind. So hat die Kälte von unten keine Chance mehr. Die Schlafsäcke erhalten wir im Hotel. Es ist empfehlenswert, sich total im Schlafsack einzumummen und die Arme nicht draußen hängen zu lassen.

Am Morgen weckt uns der Duft eines heißen Preiselbeersafts, den uns eine Hotelangestellte ans Eisbett bringt. In der Morgensauna verschwindet die letze Kälte aus den Knochen, und so geht es aufgewärmt zum Frühstück. Mischa und ich sind fit für den heutigen Tag, nur Lorenz klagt über Rückenschmerzen - er hat es irgendwie geschafft, trotz des guten Schlafsackes zu frieren.

Nachdem wir die Fotoapparate und das übrige Gepäck aus den beheizten Schließfächern geholt und die Übernachtung bezahlt haben, fahren wir weiter. Heute ist Norwegen das Ziel. Das Wetter spielt allerdings nicht ganz mit: Dichter Nebel und Schneefall sind nicht gerade die tollsten Bedingungen für eine Reise. Aber der Zeitplan für die nächsten Tage will eingehalten werden. Im schwedischen Kiruna füllen wir die Tanks unserer Autos und wählen die Bergetappe nach Norwegen.

Die Landschaft verändert sich auf unserem Weg nach Norwegen radikal. Statt weiter Flächen und großer Wälder beherrschen nun Berge und Fjorde das Bild. Nach kurzer Fahrt landen wir in Bjerkvik in einer "normalen" Herberge - dem Norlandia Hotel.