Im Smart ans Nordkap Das Glasreich
Von Kristianstad fahren wir auf direktem Weg ins Zentrum des Glashandwerks. In der Region Nybro stehen noch 14 weitere, öffentlich zugängliche Handwerkzentren mit jeweils unterschiedlichen Glas-Spezialitäten. Da jedoch Sonntag ist, sind bis auf den Glasladen in Nybro alle geschlossen. Der eigentlich als kurz und unverbindlich gedachte Besuch entpuppt sich als Kaufrausch-Anfall. Es steht so viel gläsernes Kunstwerk zu erschwinglichen Preisen in den Regalen, dass wir alle mit edlen, gefüllten Papiertüten wieder auf den Parkplatz zurückkommen. Wie schade, dass wir so viele Trinkgläser, Kerzenständer, Teller und Schalen in den Regalen stehen lassen mussten...
Zum Abendbrot, wollen wir in Söderköping mal eine schwedische Pizza versuchen. Im Einkaufszentrum finden wir auch prompt eine relativ neue Pizzeria. Große Erwartungen haben wir nicht, denn was kann es für umgerechnet knappe zehn Mark schon Gutes geben. Aber wie sich herausstellt, denken so nur ahnungslose Touristen: Eine Pizza, frisch wie aus Italien, hatten wir jedenfalls nicht erwartet. Der große Pizzateller ist zu klein und der Geschmack einfach spitze. Und noch eine Überraschung wartet auf uns. Während wir mit dem Wirt sprechen, stellt sich heraus, dass seine Freundin in der Nähe von Olten, im schweizerischen Mittelland, in einem Architekturbüro arbeitet. Ihr Vater habe dort ganz in der Nähe, in Egerkingen, ein eigenes kleines Geschäft, erzählt der Wirt.
Nun noch etwas technisches für Autointeressierte: In Emmaboda, zirka 30 Kilometer vor Nybro fuhren wir mal wieder eine Tankstelle an. Obwohl wir eigentlich immer zügig knapp um die jeweils erlaubte Höchstgeschwindigkeit unterwegs waren (Die Skandinavier sind bekannt für harte Bußen für Raser), genehmigte sich der Smart nur 4,7 Liter je 100 Kilometer. Auch der Mercedes 300 GD kam mit einem Verbrauch von 10,7 Liter je 100 Kilometer über die Runden. Wären wir ein bisschen umweltbewusster gefahren (Gaspedal beim Beschleunigen nur zu 3/4 durchdrücken, vorausschauend fahren, ...) hätten wir den Verbrauch problemlos noch weiter drosseln können.
Gegen 18 Uhr finden wir etwas außerhalb von Söderköping das kleine Hotel Granskogens. Wir sind die einzigen Gäste und kommen so in den seltenen Genuss von einer Art Privathotel. Wir können die Frühstückszeit frei auswählen und haben keinerlei Nachtruhe zu befolgen, außer der eigenen Vernunft, da wir morgen schließlich die schwedische Hauptstadt erobern wollen.