Im Smart ans Nordkap Das große Wasser
Ab Lövånger, unserem Übernachtungsort, fährt Mischa wieder im Puch voraus. In Öjebyn, kurz nach Piteå gab es im Puch einen Fahrerwechsel und für beide Autos einen Wechsel der Straßenbedingungen. Statt auf Asphalt suchen unsere Winterreifen den notwendigen Halt nun auf Schnee und Eis. Wir fahren, zuerst etwas vorsichtig, nach den ersten paar erfolgreichen Brems- und Ausweichversuchen auf dem rutschigen Untergrund immer mutiger weiter. Dass der permanent allradgetriebene Puch G auf dem Schnee keine Traktionsprobleme haben würde, war klar. Der Smart hat uns aber überrascht. Dank Winterreifen und der elektronischen Wunderwaffe TRUSTplus (Antriebsschlupfregelung) blieb der kleine Gelbe auch bei brutalen Beschleunigungsmanövern ohne Probleme in der Spur.
Zum Eis auf Schwedens Straßen muss man aber etwas anfügen. Der Straßenbelag ist hier zu Lande aufgerauter als der in Mitteleuropa. Somit ergibt sich eine andere Bodenhaftung - die Oberfläche ist erstaunlich griffig und mit entsprechender Ausrüstung gut befahrbar.
Wir fahren von der E4 nach Älvsbyn ab und folgen dann den Wegweisern zum Storforsen, denn das ist unser Ziel - ein riesiger Wasserfall, der 82 Meter in die Tiefe stürzt. Zu diesem von Touristenströmen nicht erfassten Naturereignis können wir nur sagen: großartig, sehenswert - auch im Winter.
Auf der Weiterfahrt nach Arvidsjaur haben wir noch Gelegenheit, Reaktion und Bremswege zu testen: Zwei Elche kreuzen unsere Fahrbahn. Jetzt zahlen sich die Bremsversuche vom Vormittag aus, denn die lieben großen Tiere haben so eine Eigenart, dass sie nur dann auftauchen, wenn man sie am wenigsten erwartet. Logischer Weise hat man im entscheidenden Augenblick keinen Fotoapparat zur Hand. Das wäre dann aber auch Mischas Aufgabe gewesen, die Elche abzulichten. Doch bevor der Fotoapparat aus dem Gepäck gekramt ist, ist das typische Wild Schwedens auch schon wieder verschwunden.
In Arvidsjaur angekommen beziehen wir eine kleine Hütte auf einem Campingplatz. Von hier aus wollen wir ab morgen die Gegend erkunden.