Im Smart ans Nordkap Schnaps und Schweröl
Die grün-weiße "Finnhansa" steht seit ihrem Bau 1994 im Dienst der Finncarriers . Nun beherbergt sie unseren gelben Smart und den grünen Puch G. Um den sehr ruhigen Seetag interessant zu gestalten, wurden alle Passagiere zum Kapitän auf die Brücke geladen. Der Befehlsstand wird tagsüber von ein bis zwei Mann betreut, nachts reicht ein Mann aus. Die Hafenein- und ausfahrt bewerkstelligt der Rudermann an einem eigenen Arbeitsplatz auf der Brücke. Die "Finnhansa" wurde für die Eisklasse "1A Super" ausgelegt, wodurch das Schiff bisher jeden Winter ohne Hilfe eines Eisbrechers verkehren konnte.
Angetrieben wird das Schiff mit über 32.534 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht von vier Sulzer-Zgoda-Motoren. Jukka Tapiovaara, der Kapitän des Schiffes, hat uns den Grund der gestrigen Abfahrtsverspätung nochmals erklärt: Da die Schiffe täglich unterwegs sind, müssen die Wartungsarbeiten in den Stillstandszeiten ausgeführt werden. Gestern Abend mussten an einer Maschine Reparaturen am Turbo vorgenommen werden, die länger als angenommen dauerten. Doch nun wird mit einer höheren Reisegeschwindigkeit - knapp über 19 Knoten - die verlorene Zeit wieder aufgeholt. Dadurch steigt der Verbrauch an Schweröl für die 1148 Kilometer lange Fahrt von 60 auf etwa 100 Tonnen.
Der Smart und der Puch sind während der Überfahrt in einer "Doppelkabine" untergebracht, einem wasserdichten Abteil neben dem Stauraum für Lastwagen und Container, die auf einer Strecke von insgesamt fast drei Kilometern aufgereiht sind. Davon sind 600 Meter gekühlt und 900 Meter beheizt. Für die Passagiere bietet Finnlines alle Fahrten ausschließlich mit Vollpension an. Mit einer Magnetkarte öffnen sich Zimmertüren, Shop und des Barkeepers Flaschen. Vor Ende der Reise wird die Karte abgerechnet. So kann das Bargeld im Tresor sicher auf das Ende der Reise warten.
Die Überfahrt kostet für jeden Pkw 130 Mark. Smarts sind in Finnland offensichtlich selten, denn der Kleine erhält keine Ermäßigung wegen seiner Größe. Vielleicht ändert sich das, wenn es auch in Finnland mehr Smarts gibt. Die Reise nach Deutschland wäre auch auf dem Landweg durch die baltischen Staaten und Polen möglich. Das wäre aber wohl ein eigenes Abenteuer, das vielleicht auch bald mit einem Smart unternommen wird.