Krakau: Theater in der ganzen Stadt - DER SPIEGEL
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Krakau Theater in der ganzen Stadt

Es gibt viele Gründe, nach Krakau zu fahren - schließlich gilt die Stadt als eine der schönsten Polens. In diesem Jahr lohnt sich ein Besuch der mittelalterlichen Universitätsstadt aber aus zwei ganz besonderen Gründen.
Von Anke Geffers
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zum einen feiert Krakau den 1000. Geburtstag - zum anderen gehört die Stadt zu den neun Kulturstädten Europas. Das Kultur- und Unterhaltungsprogramm sieht deshalb in den kommenden Monaten besonders spektakulär aus.

So geht die Stadt in den Sommermonaten auf die Straße: Rund um den Marktplatz können Besucher jede Menge Musik- und Theateraufführungen genießen - zum Beispiel während des Straßentheater-Festivals vom 6. bis 9. Juli. Auch Freunde des Jazz können bei den "Meistern des polnischen Jazz" in den Gärten des Archäologischen Museums am 1. und 2. Juli auf ihre Kosten kommen.

An die jüngsten Besucher hat die Kulturstadt ebenfalls gedacht: Vom 29. Mai bis zum 31. August steht Krakau anlässlich der Internationalen Kinderbiennale des Marionettentheaters im Zeichen der Holzfiguren.

Einen weiteren Höhepunkt stellt das Jüdische Kulturfestival dar, das vom 1. bis 9. Juli im Stadtteil Kazimierz über die Bühne geht. Zum "Fest der Musik im Alten Krakow" sind in den historischen Gebäuden der Innenstadt zahlreiche Konzerte zu hören. Dazu kommen jede Menge Ausstellungen, Folkloreveranstaltungen, die Grafik-Triennale im November, ein Studentenfest und vieles mehr.

Doch auch abseits des Kulturjahr-Trubels gibt es in Krakau einiges zu entdecken: Wer sich von dem Stress nicht anstecken lassen möchte, lässt sich einfach treiben - von einem Straßencafé zum nächsten zum Beispiel.

Im gemütlichen Café Camelot treffen sich hauptsächlich Studenten der berühmten Krakauer Universität. Ins U Ziyada geht, wer nicht nur gut essen, sondern auch eine schöne Aussicht genießen will: Das Restaurant und Café mit schöner Terrasse gehört zum hochgelegenen Przegorzaly-Schloss.

Besonders stilvoll ist das Ambiente im Restaurant Pod Gruzjka, das in Gewölben aus der Renaissance untergebracht ist. Gespeist wird unter Stuckarbeiten des italienischen Künstlers Balthasar Fontana. Auf der Speisekarte stehen Krakauer Spezialitäten wie Kielbasa (Krakauer Wurst), Maczanka (gefülltes Schweinefilet) oder der berühmte Krakauer Käsekuchen.

Touristen können aber auch einfach in einem der Straßencafés unter den Tuchhallen, dem Wahrzeichen der Stadt, sitzen bleiben. Von dort aus lassen sich die Menschen, die sich zu allen Tages- und Nachtzeiten auf dem Marktplatz einfinden, wie auf einer Open-Air-Bühne beobachten.

Feuerschlucker und andere Artisten verdienen sich auf dem Platz ein paar Zloty, Musiker buhlen mit Kollegen um die Gunst der Zuhörer, und an Markttagen werden Obst, Gemüse, Blumen, Keramik, Kunsthandwerk sowie Kleidung verkauft. Zu sehen gibt es immer etwas - schließlich betrachten die Krakauer ihre Stadt als ein einziges wundervolles Theater, in dem rund um die Uhr gespielt wird.

Weitere Informationen: Krakau auf einen Blick

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