Langlauf-Skaten: Fast schon cool - DER SPIEGEL
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Langlauf-Skaten Fast schon cool

Vorbei die Zeiten, als Skilanglauf als langweilig abgestempelt wurde. Im Langlauf halten jetzt die Carver-Ski Einzug und wer auf sich hält, betreibt Langlauf-Skating.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wer Skilanglauf als Trendsportart zu bezeichnen wagte, durfte sich bis vor kurzem mitleidiger Blicke sicher sein. Dem Langlauf haftet, trotz der oftmals spannenden Fernsehbilder von den "Loipenschlachten", das Image eines Sports älterer Leute an. Frei nach dem Motto "Wer langläuft, geht auch im Spätsommer mit Kniebundhosen wandern". Doch seitdem sich die Skatingtechnik in breiter Front durchgesetzt hat, ist nichts mehr wie es war.

Genaue Zahlen gibt es nicht, aber es wird geschätzt, dass sich etwa zwei Millionen Deutsche zumindest gelegentlich auf die beiden schmalen Bretter stellen. Das hängt vor allem vom Wetter ab. Wenn die deutschen Großstädten mal für längere Zeit weiß eingeschneit sind, gibt es sofort einen Ansturm auf den Langlaufski.

Wichtig für den Imagewandel sind die ambitionierten Skater unter den Langläufern, denn die haben diesen Sport dem fast ausschließlichen Zugriff der eher älteren Menschen entzogen. Langlauf-Skating ähnelt nicht umsonst dem Skaten auf vier Rollen, was der Popularität durchaus genützt hat.

Die "Coolness" des Snowboardens hat der Langlauf zwar noch nicht erreicht, doch beim Deutschen Skiverband (DSV) in Planegg bei München freut man sich, dass der stetige Abwärtstrend bei den Langläufern gestoppt worden ist. Ebenso wichtig sind dabei die neuen Langlaufski, die jetzt auch als Carver angeboten werden - und das hat immerhin schon dem alpinen Skilauf eine erfolgreiche Frischzellenkur verpasst.

Mehr als nur eine Latte

Ob jedoch dem normalen Läufer der bislang dem Rennsport vorbehaltene und 400 bis 600 Mark teure taillierte Ski auch tatsächlich nützt, ist unter Skilehrern noch umstritten. Wer aber als Käufer "Air Core Leichtbaukernen", "Cobra-Taillierung", "Triaxial-Cap" und "Computer Flex Control" vorweisen kann, beweist seiner Umwelt immerhin, dass der Langlaufski nicht mehr die einfache Latte mit Schuppen in der Mitte ist.

Taillierte Skier beim Langlauf sind auf dem Vormarsch, weil sie wesentlich kürzere und leichtere Skier ermöglichen. Dadurch wird das "Handling" auch für Anfänger beim Skaten spürbar einfacher. Wichtig sind vor allem gute Schuhe und eine gute Bindung. Die Technik nähert sich hierbei immer mehr der engen Verbindung von Ski und Schuh an - wie es im Alpinski bereits bekannt ist. Ohne gute Vorbehandlung des Skis mit einem guten Schliff gleitet aber auch der beste Skatingski nicht. Dazu sollte man sich in einer Skiwerkstatt beraten lassen

Weniger sportliche Fahrer können zwar auch weiterhin traditionelle Ski zum Preis von etwa 200 Mark fahren. Doch das Skaten kann eigentlich jeder, so erklärt Martin Stupan, Langlaufschulleiter aus Pontresina im Engadin in der Schweiz. Skating mache auch Alpin-Skiläufern Spaß - schließlich kostet die Tageskarte für die Skatingpisten nur etwa fünf Mark, ganz im Gegensatz zu Tageskarten für Alpinläufer, die inklusive Anstehen oben auf dem Berg bis zu 50 Mark kosten.

Frank Heidmann, gms

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