Mallorca "Ballermann" vor dem Aus?
München - In wenigen Jahren werde es keinen "Ballermann" mehr geben, sagte Tourismusminister Celesti Alomar. Insgesamt solle die Zahl der Pauschaltouristen nur noch knapp 20 Prozent der Urlaubsgäste ausmachen, kündigte er an. "Sauftouristen müssen sich dann ein anderes Ziel suchen."
Stattdessen sollen nach den Plänen Alomars vorwiegend Golfspieler, Naturliebhaber, Kulturtouristen und Individualurlauber die Inselkasse füllen. Jährlich besuchen rund acht Millionen Touristen Mallorca, davon sind ungefähr die Hälfte Deutsche, die häufig auf Pauschalangebote zurückgreifen.
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Die Reduzierung des Besucherstroms könne unter anderem durch einen Verminderung der Bettenzahl erreicht werden, sagte Alomar dem "Focus". Vor allem Arenal als Zentrum des Massentourismus soll durch einen teilweisen Abriss von strandnahen Hotels ein völlig neues Image bekommen. Der Präsident des Deutschen Reisebüro-Verbandes, Klaus Laepple, kritisierte die Pläne. Mallorca habe eine touristische Infrastruktur, "die den Ansprüchen einer elitären Zielgruppe in keinster Weise gerecht wird", betonte er.
Die Tourismusindustrie in Mallorca bemüht sich seit längerem um "Qualität statt Quantität". 1997 wurde ein Baustopp für neue Hotels beschlossen, auch die Strandbar "Ballermann 6" geriet in die Kritik. Zuletzt sorgte die geplante Einführung einer Touristensteuer, die für den Umweltschutz verwendet werden soll, für Wirbel. Dieses Jahr ist die Zahl der Buchungen wie im Vorjahr erneut zurückgegangen. Unterm Strich wird für 2001 aber wieder mit knapp acht Millionen Touristen gerechnet.