Mallorca Kein Wasser, keine Touristen?
Palma de Mallorca/Frankfurt a. M. - Der Präsident der spanischen Tourismusgruppe Iberostar, Miguel Fluxa, befürchtet nach einem Bericht der Zeitung "Diario de Mallorca", dass wegen des Wasserproblems viele Gäste der Insel fernbleiben. Laut Iberostar sind im Juni die Buchungen deutscher Urlauber gegenüber dem Vorjahresmonat um zehn Prozent zurückgegangen.
Die Reiseveranstalter in Deutschland sehen dies hingegen anders: Von akuten Wasserproblemen könne in den Hotels auf Mallorca keine Rede sein, auch gebe es bislang keine Buchungseinbrüche. Bei First, einer großen deutschen Reisebürokette, werden nach eigenen Angaben bisher weder besondere Stornierungen noch Umbuchungen beobachtet. Auch beim Touristik-Anbieter Alltours zeigten sich laut Sprecherin Nicole Schaaf keine nennenswerten Rückgänge: "Wir sind beim Mallorca-Geschäft auf Vorjahres-Niveau."
Die TUI Group sprach von zwar einem leichten Rückgang bei den Mallorca-Buchungen, das liege jedoch nicht am Wassermangel. 1999 sei die Zahl der Mallorca-Reisenden besonders hoch gewesen. Der Präsident von Iberostar ist sich jedoch sicher, dass der Rückgang im Juni nicht allein ein "Konjunktur-Problem" sei. "Wir haben es hier mit einem sehr stabilen Markt zu tun", betonte Fluxa. Er erwarte allerdings, dass die Lage sich im Juli und August normalisiert - trotz Wassermangels.
Obwohl sich die deutschen Reiseveranstalter zuversichtlich geben, wird in der Branche hinter vorgehaltener Hand Kritik geäußert, die Verwaltung der Ferieninsel nehme die Sorgen über mögliche Wasserknappheit nicht ernst genug und ergreife keine ausreichenden Vorsorgemaßnahmen. Die Präsidentin des mallorquinischen Inselrates, Maria Antonia Munar, meinte dagegen: "Man sollte aufhören, vom Wassermangel zu sprechen, und lieber eine Lösung finden. Die Urlauber wollen hier ihren Spaß haben und nicht daran denken, dass sie sich nicht duschen können."