Moskaus Roter Platz: Fußballspielen verboten - DER SPIEGEL
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Moskaus Roter Platz Fußballspielen verboten

Der Rote Platz in Moskau blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die auch im post-sowjetischen Russland respektiert wird: Öffentliches Biertrinken und Fußballspielen sind auf dem Platz am Kreml streng verboten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Vor langer Zeit, im Mittelalter, war der "Krasnaja Ploschtschadj" wichtigstes Handelszentrum Moskaus. Händler aus dem ganzen Land strömten in die Stadt, um ihre Waren zu verkaufen. In Heerschauen demonstrierten die Regierungen ihre Macht, auf der "Schädelstätte", der "Lobnoje Mesto", ließen die Zaren ihre Erlasse vorlesen - und Verurteilte öffentlich hinrichten.

Der Rote Platz, auf der Kuppe eines Hügels am Fluss Moskwa gelegen, ist gleichzeitig auch der "Schöne Platz", denn das altrussische "krasnaja" bedeutet beides. Die Basilius-Kathedrale wurde von Zar Iwan IV., bekannter unter seinem Beinamen "Der Schreckliche", als Erinnerung an die Eroberung des tatarischen Fürstentums Kasan 1552 erbaut. Der Grundriss der eher verspielt wirkenden Kirche mit den ungleich hohen Kuppeln ist streng geometrisch.

Das Lenin-Mausoleum mit der roten Granitpyramide wurde 1930 gebaut. Der heutige Staatschef Wladimir Putin regiert im Senatsgebäude aus dem 18. Jahrhundert, dessen grüne Kuppel mit dem Senatsturm in der Kremlmauer aus dem 17. Jahrhundert eine Linie bildet.

Nach der Oktoberrevolution 1917 machten die Bolschewiken erst einmal alles anders: Das Volk hatte nichts mehr auf dem Vorzeigeplatz Moskaus zu suchen. Auch der Name "Roter Platz" setzte sich erst wieder durch, als Rot zur Symbolfarbe der Kommunisten avancierte. Mit dem Mausoleum für Lenin bauten sich die Bolschewiken eine Pilgerstätte für den Staatsgründer. Obwohl der Kommunismus mittlerweile aus der Politik Russlands verschwunden ist, bleibt der Platz dennoch unter Staatsaufsicht. Für die Einhaltung des Verhaltenskodex sorgen Polizisten.

Für Moskau-Touristen ist der 60.000 Quadratmeter große Rote Platz sowieso ein Muss - auch wenn dort keinerlei Jahrmarktstimmung zu finden ist. Nicht umsonst ist seine Silhouette zum Wahrzeichen Russlands geworden.