Reschenpass Winterfreuden auf alten Schmugglerpfaden
Nauders - Nicht nur zur Geisterstunde ist der Reschenpass eine gute Adresse für grenzenlose Winterfreuden. Sehr idyllisch geht es beispielsweise bei einer Fahrt mit dem Pferdeschlitten ins Langtaufertal zu. Dort lädt die Melager Alm mit pikantem selbst gemachten Bergkäse und jeden Hunger stillenden Kas-Nudeln zum Verweilen ein. Bei herrlichem Sonnenschein ist es auch gemütlicher als in einem windumtosten Sessellift in Eiseskälte.
Die Pisten im "Skiparadies Reschenpass" bieten etwas für jeden Geschmack: Abfahrten auf bestens präparierten Hängen, am Buckelhang oder im unberührten Tiefschnee lassen das Skifahrerherz schnell höher schlagen. Aber auch Schneeschuh-Wanderer, Eiskletterer oder Eissegler kommen im Dreiländereck von Österreich, Italien und der Schweiz auf ihre Kosten.
Bis auf knapp 2850 Meter Höhe führen die Skigebiete in Nauders. Vom Gueser Kopf oder dem nur wenige Meter niedrigeren Tscheyeck geht es auf weiten Abfahrten zurück ins Tal. Dabei reicht der Blick vom Weißkugel über die Königsspitze bis zum Ortler. Bis zur Talstation sind es dann rund 1450 Höhenmeter.
Ein kleines, aber feines Skigebiet findet sich auf der zu St. Valentin gehörenden Haider Alm mit idealen Carving-Pisten im oberen Teil und Waldabfahrten mit Pisten für jeden Geschmack weiter unten. In einem so genannten Boarder-Funpark haben "Freestyler" und Snowboarder ihren Spaß.
Zusammen mit Schöneben und St. Valentin auf der italienischen Seite des Alpenüberganges, den schon die alten Römer mit der "Via Claudia Augusta" benutzten, bietet Nauders Skivergnügen auf über 110 Kilometern präparierter Abfahrtspisten. Rund 90 Kilometer davon können beschneit werden, alle Schwierigkeitsgrade sind vertreten.
Dazu kommen neun Langlaufloipen mit einer Gesamtlänge von 80 Kilometern allein rund um Nauders. Grenzenloses Loipenvergnügen versprechen weitere 90 Kilometer im Vinschgauer Oberland auf Südtiroler Seite und im Unterengadin in der Schweiz. Häufig handelt es sich dabei um alte Schmugglerpfade, auf denen im Mittelalter mit Pferden und Ochsen Waren über die Alpen geschafft wurden.
Über den Reschenpass und die "Via Claudia Augusta" wurde Salz aus Bad Reichenhall und Hallein im Salzburger Land in Richtung Süden nach Glurns und weiter zu den Seehäfen am Mittelmeer transportiert. Zahlreiche Burgen und Schlösser entlang des Weges zeugen noch heute vom einstigen Reichtum entlang des Weges durch das Tal des jungen Inn auf Tiroler Seite und das Etschtal im Vinschgau.
Eines davon ist Schloss Naudersberg , 1239 erstmals urkundlich erwähnt. Als Trutzburg über dem Ort errichtet, war es schon im Mittelalter einer von vier Gerichtsplätzen in der Grafschaft Vinschgau und später der höchste Gerichtshof der österreichisch-ungarischen Monarchie. In dem renovierten Schloss ist heute neben einem ausgezeichneten Restaurant auch das Heimatmuseum untergebracht.