Rom Eine Reise in die Vergangenheit
Alle Wege führen bekanntlich nach Rom . Dieses Jahr allerdings zieht die Stadt mit ihrer Jahrtausende alten faszinierenden Geschichte nicht nur Kultur-Liebhaber an. Im Jahr 2000 lockt Rom auch Millionen Gläubige an den Tiber. Besonders zum Osterfest werden zahlreiche Pilger erwartet.
Wer abseits vom Rummel des Petersplatzes seine Erkundungstour starten will, findet an der Basilika San Clemente einen guten Ausgangspunkt. In der Kirche sind unter anderem Spuren des frühen Christentums zu sehen. Über drei Stockwerke können Besucher hinab steigen und Zeugnisse der Antike bestaunen - darunter das Heiligtum des Mithras, des Lichtgottes eines Opferkultes.
San Clemente ist eine von sieben Pilgerkirchen, die Gläubige seit dem Mittelalter bei ihrer Romreise aufsuchen. Zu den wichtigsten gehören neben dem Petersdom die Basilika Santa Maria Maggiore und San Giovanni in Laterano - eine der ältesten Kirchen in Rom.
Während des Heiligen Jahres treffen sich auf dem Patersplatz jeden Tag Pilger zum Abendgebet. Wer es beschaulicher mag, dem sei Santa Maria Maggiore empfohlen. Hier werden Holzsplitter und Metallborten, die von der Krippe Jesu stammen sollen, als Reliquien verehrt.
Lange Warteschlangen weisen den Weg zum Eingang des Petersdoms. Durch die Heilige Pforte führt der Weg ins Inner der pompösen Basilika mit ihrer von Michelangelo gestalteten Kuppel. Darunter steht der Papstaltar mit einem Baldachin aus Bronze.
Knapp eine Viertel Stunde Fußmarsch vom Petersplatz entfernt, an der nördlichen Stadtmauer, liegt der Eingang zu den Vatikanischen Museen. Hier können die Besucher auf einem sieben Kilometer langen Parcours Baudenkmäler und Ausstellungstücke aus vier Jahrtausenden bewundern. Ein kultureller Höhepunkt ist die Sixtinische Kapelle mit dem Deckenfresko von Michelangelo. Rundgänge durch die Museen werden täglich außer an Sonn- und Feiertagen angeboten.
Nur im Rahmen einer Führung sind auch die Vatikanischen Gärten zu besuchen. Ohne Aufpasser ist dagegen der Besuch auf der "deutschen Insel", dem Campo Santo Teutonico, mit der Friedhofskirche möglich. Den Weg dorthin zeigen den Touristen die freundlichen Schweizer Gardisten.
Ostern wird es eng in Rom. Ruhige Plätze sind dann rar. Einer davon liegt auf dem Aventin, einem der sieben Hügel der Stadt. Hier stehen auch die Basiliken Santa Sabina und San Alessio aus frühchristlicher Zeit. Neben Santa Sabina liegt eine kleine Oase - ein Apfelsinengarten, von dem aus sich ein erhabener Blick auf die Kuppel des Petersdoms und den Tiber bietet.
Auch wenn es in diesem Jahr besonders voll werden wird - das Forum Romanum ist einen Besuch wert. Hier wurde schließlich Weltgeschichte geschrieben. Einst war das Forum Treffpunkt für die Bewohner der Stadt. In der Kaiserzeit setzten sich die Herrscher monumentale Denkmäler auf dem Forum.
Nicht weit vom Forum Romanum entfernt befindet sich das Kolosseum. In Roms größtem Amphitheater fanden früher Tier- und Gladiatorenkämpfe statt. Zur Einweihung im Jahre 80 nach Christus wurden Festspiele veranstaltet, die 100 Tage dauerten und bei denen über 5000 wilde Tiere getötet wurden.
Zwei Museen dürften mit ihren Ausstellungen so manchen Kunstkenner locken: Im Museo del Risorgimento sind unter dem Titel "Monet, Meister des Lichts" bis zum 25. Juni Werke des französischen Impressionisten zu sehen. In der Scuderie Papali werden bis zum 11. Juni in der Ausstellung "Hundert Meisterwerke aus der Eremitage" unter anderem Bilder von Pablo Picasso, Edgar Degas, Paul Gauguin und Henri Matisse präsentiert.
Nach dem umfangreichen Kulturprogramm lädt der Campo dei Fiori zum Entspannen ein. Rund um die Statue des Dominikanermönches Giordano Bruno lässt sich in einer der vielen Bars und Restaurant so mancher Espresso genießen.
Gut essen lässt sich auch bei den Nonnen in der Osteria L'eau Vive. Hier servieren die Schwestern französische Spezialitäten - und ab 21 Uhr können die Gäste das Ave Maria mitbeten.
Informationen:
Staatliches Italienisches Fremdenverkehrsamt , Kaiserstraße 65, 60329 Frankfurt, Tel.: 069/237434
Römisches Fremdenverkehrsbüro, Via Parigi 5, Tel. 0039/06/488991
Deutsches Pilgerbüro, Via della Concilazione 51, Tel. 0039/06/696221
Claudia Wächter