Schwerer Unfall: Kran schlitzt Wuppertaler Schwebebahn auf - DER SPIEGEL
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Schwerer Unfall Kran schlitzt Wuppertaler Schwebebahn auf

Schweres Unglück der Wuppertaler Traditionsbahn: Die Schwebebahn kollidierte mit einem Lkw-Kran, der gerade Baumaterial ablud. Die Passagiere mussten mit Drehleitern gerettet werden, der Kranwagenfahrer wurde schwer verletzt.
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Wuppertal - Ein voll besetzter Zug der Wuppertaler Schwebebahn ist am Dienstag mit einem Kran kollidiert und an der Unterseite auf einer Länge von zehn Metern aufgeschlitzt worden. Der 46 Jahre alte Fahrer des Kranwagens wurde mit einem Unterschenkelbruch ins Krankenhaus gebracht. Die 31 Passagiere der Schwebebahn und ihr Fahrer blieben nach Polizeiangaben unversehrt. Sie wurden von der Feuerwehr mit Drehleitern und einem Hubwagen aus dem Waggon befreit.

Nach Angaben der Betriebsleitzentrale stand der Kran auf einem Lastwagen und lud Baumaterial ab. Dabei habe er das Fahrzeug geschwenkt und die Schwebebahn übersehen, so dass es gestern um 17.11 Uhr zu der Kollision mit der Schwebebahn kam. Der Lkw-Fahrer habe dort eigentlich nicht arbeiten dürfen.

Gegen den 46-jährigen Kranführer wird nun wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässigen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Derzeit gebe es keinen Hinweis auf ein Mitverschulden des Fahrers der Schwebebahn, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Nicht auszuschließen sei jedoch, dass er möglicherweise zu spät gebremst habe. Dies werde während der Ermittlungen geprüft.

Der gesamte Betrieb der berühmten Bahn musste nach dem Unfall vorübergehend eingestellt werden. Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen 100.000 Euro. Die nach Angaben der Betriebsleitzentrale "erheblich beschädigte" Bahn wurde ins Depot zurückgeschoben. Am Mittwoch kann die Schwebebahn wieder ihren Betrieb aufnehmen.

"Für uns ist das ein schweres Unglück", hieß es aus der Betriebsleitzentrale. Viele Unglücke gab es in der Geschichte der 107 Jahre alten Wuppertaler Schwebebahn nicht. Sie galt lange als sicherstes Verkehrsmittel der Welt. Der legendäre Sturz des Zirkuselefanten "Tuffi" in die Wupper, der sich 1950 ereignete, war jahrzehntelang der einzige Vorfall mit der Bahn.

Erst fünf Jahrzehnte später erlebte der "grüne Lindwurm" die schwärzeste Stunde seiner Geschichte: Am frühen Morgen des 12. April 1999 stürzte ein Wagen zwölf Meter tief in die Wupper und riss fünf Menschen in den Tod. 37 Fahrgäste wurden verletzt. Eine rund hundert Kilogramm schwere Stahlkralle, die bei Sanierungsarbeiten in der Schiene vergessen worden war, hatte den Zug zum Entgleisen gebracht.

abl/dpa/AFP/ddp