Snowboards "Willkommen an Board"
Boardercross, Slalom, Saltos in der Halfpipe: Snowboard-Könner stellen heute wesentlich mehr mit ihrem Brett an, als nur in schwungvollen Bögen über den Schnee ins Tal zu gleiten. Entsprechend vielfältig ist mittlerweile das Angebot an Boards. Wie im Skibereich gehen die Hersteller immer mehr auf die verschiedenen Ansprüche ein - angefangen von Spezialbrettern für Anfänger und Kinder über Boards für Frauen bis zu den neuen Tiefschneebrettern.
Diese "Powder Boards" sind nicht nur etwas breiter als Standardmodelle, sondern auch "am Schwalbenschwanz hinten und dem spitz zulaufenden Kiel vorne zu erkennen", so Marc Schneider, von der Zeitschrift "Ski". Durch ihre Form sollen die Tiefschnee-Bretter besonders leicht und dynamisch über frische Schneemassen im freien Gelände hinweggleiten.
Die Tiefschnee-Fans sind aber nicht die Einzigen, die die Hersteller mit Spezialbrettern bedenken. Für Fahrer, denen es auf das Tempo ankommt, werden Race- oder Speed-Boards - also Rennbretter - produziert. Auch für die Disziplin Boardercross, bei der sechs Fahrer parallel auf die Piste gehen, sind eigene Bretter erhältlich.
Daneben umfasst die Angebotspalette Allround- oder Freestyle-Bretter und spezielle Boards für Kinder und Frauen. Die Boards für Frauen sind nach Angaben von Snowboard-Herstellern extra "leicht zu manövrieren und beweglicher".
Kinder-Bretter sind ebenfalls leichter, kürzer und flexibler und sollen es dadurch dem Nachwuchs erleichtern, das Board zu steuern und schnell Fortschritte zu machen. "Die Kinder-Bretter haben alle wesentlichen technischen Merkmale der Erwachsenen-Boards, sind aber auf das geringere Körpergewicht und die kleineren Füße ausgerichtet", erklärt Markus Luckey vom Hersteller Nitro-Snowboards in Hofholding.
Das Design der Bretter für den Nachwuchs orientiert sich ebenfalls an dem der Geräte für die Großen - mit kleinen Anpassungen, um den Boards eine eigene Note zu geben. Denn das Design spielt bei den Snowboards nach wie vor eine große Rolle. "Das Wichtigste bei der Vermarktung von Snowboards ist das Image, gefolgt vom Design", sagt der Snowboardexperte Rainer Rösler. Dementsprechend verändern sich die Bretter optisch von Saison zu Saison. In diesem Jahr dominieren grafische Linien und klare, kräftige Farben, die allerdings nur sparsam eingesetzt werden. Einige Frauen-Bretter sind in Pastelltönen gehalten, auf den Kinder-Brettern tummeln sich häufig Phantasiewesen auf weißen, gelben, roten, blauen oder grünen Untergründen.
Doch auch wenn die Optik stimmen muss - ausschlaggebend sollte sein, dass der Snowboarder mit dem Brett gut zurechtkommt und das Modell einiges aushält. Alle Hersteller arbeiten deshalb daran, das Innenleben der Bretter weiter zu verbessern. Neue Materialien oder Material-Kombinationen sollen die Boards leichter steuerbar oder schneller machen und Stöße besser dämpfen.
Daneben sollen es künftig auch Boarder leichter haben, die auf großem Fuß leben. Mussten sie sich lange auf zu schmalen Standardbrettern abmühen, so werden inzwischen sehr viel breitere Boards angeboten - die passen selbst Leuten mit Schuhgrößen 48 oder 50.
Von Sandra Hoffmann, gms