Südnorwegen: Schärengärten und Softeis - DER SPIEGEL
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Südnorwegen Schärengärten und Softeis

Wer Strände und idyllische Fischerdörfer sucht, muss nicht immer ans Mittelmeer fahren. Auch die Südküste Norwegens, von den Einheimischen "norwegische Riviera" genannt, verbreitet im Sommer einen fast mediterranen Charme.
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Farsund - Südnorwegen besteht hauptsächlich aus ziemlich engen Kurven - zumindest wenn man es vom Auto aus betrachtet. Doch die Landschaft bietet reichlich Entschädigungen für das manchmal mühsame Vorwärtskommen. Hinter jeder Kurve gibt es Neues zu entdecken: sanft gerundete Fjords, bizarr aufragende Felsen, das zarte Grün eines Birkenhains und, selbst am Rande der allerschmalsten Straßen, liebevoll verzierte Sommerhäuschen in den Lieblingsfarben der Norweger: Muschelweiß, Ziegelrot, Senfgelb oder Lindgrün.

Ihre Südküste nennen die Einheimischen selbstbewusst "norwegische Riviera". Und sobald die Sonne am Himmel die Oberhand gewinnt, herrscht hier tatsächlich fast mediterrane Stimmung: In der hügeligen Kleinstadt Farsund machen es sich Geschäftsleute für ein Pläuschchen auf den Treppenstufen vor ihrem Laden bequem, in Kristiansand halten Teenager selbst bei frischem Wind die Stellung in den Straßencafés. An jeder Ecke lassen Softeis-Händler Portionen von atemraubenden Ausmaß in die Waffeln quellen.

Vor allem für Besucher aus dem nördlichen Teil Deutschlands ist Südnorwegen nach einer vergleichsweise kurzen Anfahrt zu erreichen. Wer etwa in Hamburg aufbricht, kann in rund zehn Stunden schon in Kristiansand sein - und damit mitten in der Welt der Schärengärten, Buchten und tief eingeschnittenen Fjorde.

Im Sommer lockt die durch den Golfstrom begünstigte Region auch ungezählte norwegische Urlauber an. Mit den Gästen, so das Touristenbüro in Kristiansand, verdoppele sich die Bevölkerung. In den großen Ferien zwischen der letzten Juni- und der ersten Augustwoche sind fast alle Hütten belegt und so gut wie kein Boote mehr frei. Selbst in dem winzigen Ort Korsham, dem südlichsten Fischerdorf Norwegens mit gerade 190 Einwohnern, drängeln sich während der Saison 3000 Tagesgäste, die zum Fischen, Tauchen oder Bootfahren kommen.

Viele der ausländischen Urlauber beladen ihren Wagen vor der Anfahrt nicht nur mit Angelausrüstung und Wanderschuhen, sondern auch mit Nahrungsmitteln - für günstige Lebenshaltungskosten ist Norwegen nicht gerade bekannt. Ein einfaches Tellergericht kostet in Restaurants umgerechnet mindestens 35 Mark, ein Glas Bier zehn Mark, für den Liter Superbenzin werden etwa 2,30 Mark fällig. In den größeren Supermärkten des Landes sind jedoch die Preise moderat, und in den Küstenorten lässt sich günstig frischer Fisch kaufen - wenn man ihn nicht selber fängt. Die besten Angelzeiten für Dorsch, Makrele, Lengfisch oder Flunder sind im Frühjahr und Herbst.

Wenn man bei schlechtem Wetter auf Angeln und Bootstouren verzichten muss, bieten sich in den touristischen Zentren der Region zahlreiche weitere Attraktionen an - vom nachgespielten Seeräuberspektakel in der Hafenstadt Farsund über das im Landesinneren gelegene Grubenmuseum Knaben bis zur Elch-Safari in den Wäldern bei Kristiansand.

Informationen:

Norwegisches Fremdenverkehrsamt , Postfach 760820, 22058 Hamburg, Tel.: 0180-5001548

Swantje Werner