Tourismus Terror trifft Luxusreisen
Brüssel - Manager und Wohlhabende halten sich seit den Anschlägen in den USA extrem zurück, wie der für den Tourismus zuständige EU-Kommissar Erkki Liikanen feststellte. "Offenkundige Reiseangst ist in erster Linie bei den ausgabefreudigen Touristen aus Amerika, Japan und dem Nahen Osten festzustellen", bekräftigt ein aktueller Bericht der EU-Kommission. Aus diesen Ländern seien seit den Anschlägen rund 30 Prozent weniger Touristen nach Europa gekommen. Sie hätten Reisen abgesagt und gebuchte Flüge nicht angetreten. Vor allem kulturell attraktive Städte spürten einen starken Abschwung.
Die Zahlen des Europäischen Verbandes der Fluggesellschaften (AEA) bestätigen die Beobachtungen der Kommission: Demnach gingen die Buchungen für Flüge über den Nordatlantik in den fünf Wochen nach den Anschlägen verglichen mit dem gleichen Vorjahreszeitraum um mehr als 36 Prozent zurück. Auf den Strecken nach Fernost verloren die Fluggesellschaften fast 15 Prozent ihrer Kunden.
Auch die Reaktion der Europäer auf die Terroranschläge habe Urlaubern das Reisen erschwert, räumte Liikanen ein. Dies gelte sowohl für verschärfte Visa-Bestimmungen wie für die Kontrollen im Luftverkehr. "Es ist für alle Reisenden klar, dass dies aus Sicherheitsgründen schwieriger geworden ist", sagte der Kommissar. Rund 13 Prozent der Touristen in der EU kämen aus Drittländern.
Einen kräftigen Schub für Europas Tourismuswirtschaft erwartet Liikanen von der Einführung des Euro-Bargeldes zum Jahreswechsel. Die Branche mit EU-weit rund zwei Millionen Unternehmen und acht Millionen Beschäftigten habe trotz des terrorbedingten Einbruchs gute Zukunftsaussichten. In den vergangenen Jahren habe allein das Hotel- und Gaststättengewerbe in der EU jährlich rund 100.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, betonte der Kommissar.