Tuxertal Sommerskilauf und Bergwandern
Tux - Die Älteren unter den Einheimischen schütteln oft die Köpfe über die "spinnerten Touristen", die selbst im Hochsommer nicht auf die "Brettl" verzichten wollen. Dabei ist es doch im Tal so schön, mit seinen duftenden Blumenwiesen und murmelnden Bächen. Aber der Gletscher gibt der Gemeinde ein sicheres Einkommen. Aus aller Welt kommen die Skifans und häufig auch Nationalmannschaften, die im ewigen Schnee für große Wettkämpfe im folgenden Winter trainieren.
Auch wenn der Schnee im Sommer auf dem Gletscher nicht ganz so pulvrig ist, wie sich der Skifahrer dies wünscht. Die frische Bergluft und das hochalpine Panorama bieten die perfekte Kulisse für den Liebhaber von Umsteige- und Parallelschwung.
Der Olperer, die höchste Erhebung des Tuxer Hauptkamms, steigt bis auf eine Höhe von 3476 Meter. Auch die Gipfel der Gefrorenen Wandspitze und des Rifflers erheben sich mehr als 3000 Meter aus dem Tal südöstlich von Innsbruck.
In der Tuxer Schlucht herrscht bei weitem nicht überall beschauliche Abgeschiedenheit, sondern bisweilen sogar eine recht ausgelassene Stimmung: Eine Gruppe junger Leute hat sich zum Canyoning zusammengefunden, um die Schlucht kletternd und schwimmend zu durchqueren. Der Abstieg wird zunächst geprobt. An Bäumen seilt sich einer nach dem anderen ab und schwebt über dem tosenden Wildwasser, bevor er sanft zu Boden gleitet. Auch Paragliding, Trekking oder Eisklettern sind für den Aktivurlauber im Angebot.
Geruhsamer ist da schon eine Hüttenwanderung. Solides Schuhwerk und Sonnencreme reichen aus, um sich gegen die häufigsten Unpässlichkeiten zu wappnen: Blasen an den Füssen oder Sonnenstich. In extremeren Höhen empfehlen sich Gletscherbrille und Hut, denn die Sonnenbestrahlung ist im Hochgebirge auch bei bedecktem Himmel intensiv.
Ein schönes Ziel für so eine Tour ist das Spannagelhaus unterhalb des Gletschers in 2531 Meter Höhe. Unberührte Natur, so weit das Auge reicht. Hier vermodern vom Blitz gefällte Bäume, die den Waldboden mit Humus versorgen. An den steinigen Hängen gedeiht eine üppige Flora: Habichtskraut, Thymian, Bergschnittlauch und sogar Edelweiß. Der Weg führt über Wiesen und Geröll, an Wasserfällen vorbei und über Schneefelder. Über einen steilen Abstieg erreicht der Wanderer dann endlich die Hütte. Die Unterkunft mit 20 Betten und 30 Matratzenlagern ist einfach, aber sauber, und die Gaststube mit der Holztäfelung ist ebenso urig wie der Wirt, der die Wanderer mit deftigen Tiroler Gerichten unterhält.
Abends sitzen die Wanderer vor der Hütte an rohen Holztischen bei Jause und Bier und genießen die Stille der Berge. Ab und zu trägt der Wind das Geläut von Kuhglocken von einer der tiefer gelegenen Almen herauf. Und wenn schließlich die Sonne die gegenüber liegenden Bergspitzen in purpurnes Rot taucht, meint wohl jeder in der Gruppe, noch nie ein so faszinierendes Naturschauspiel gesehen zu haben.
Informationen: Tourismusverband Tux, Lanersbach 472, A-6293 Tux, Tel. von Deutschland: 0043-5287-8506, Fax: 0043-5287-8508.