Wegen MKS: Osterausflug ohne Schoko-Eier - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Wegen MKS Osterausflug ohne Schoko-Eier

Wer zu Ostern einen Kurzurlaub ins europäische Ausland plant, muss den Proviantkorb phantasievoll packen. Etliche Nachbarländer - Dänemark, Norwegen, Schweden, Polen, Tschechien, Ungarn, Slowenien und Kroatien - verbieten aus Angst vor der Maul- und Klauenseuche (MKS) die Einfuhr von Fleisch, Wurst und Milchprodukten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wer Wurstbrote dabei hat, muss sie an der Grenze in eine Tonne werfen. Das Gleiche gilt für Babynahrung und Hundefutter. Sogar Schoko-Ostereier fallen unter das Verbot. "Schokolade enthält Milch und wird mit Sicherheit ebenfalls vom Zoll eingesammelt", sagt ein Sprecher des ADAC.

Ähnlich strenge Bestimmungen herrschen bei der Einreise aus Ländern, in denen MKS bereits ausgebrochen ist: Großbritannien, Irland, Frankreich und die Niederlande. Von dort dürfen neben tierischen Lebensmitteln keine Tierhäute oder Felle mitgenommen werden. Touristen müssen mit strengsten Kontrollen rechnen. Bei Fahrten in die anderen europäischen Länder gelten derzeit keine Einschränkungen. Der ADAC rät dennoch, auf tierische Lebensmittel als Wegzehrung zu verzichten. Insbesondere Österreich könne die Ein- oder Durchreisenden darum bitten.

Staus an den Grenzen erwartet

An den Grenzübergängen zu Dänemark, Polen, Tschechien, Ungarn und Slowenien dürfte sich der Verkehr an den Feiertagen erneut stauen: Hier halten Kontrollen und Desinfektionsmaßnahmen den Reiseverkehr auf. Auch bei der Rückreise aus diesen und den MKS-Ländern ist mit längeren Wartezeiten zu rechnen.

Etwas beschwerlicher als sonst kann der Osterausflug also werden, streichen muss den Kurztrip aber niemand. Die Tourismusbehörden der Nachbarländer verweisen einhellig darauf, dass MKS keinerlei Gesundheitsgefahren für den Menschen birgt und dass wichtige Sehenswürdigkeiten ungeachtet der Seuche geöffnet haben.

Kurztrip muss nicht ausfallen

So betont das Niederländische Büro für Tourismus: "Die Bewegungsfreiheit für Urlauber ist nahezu komplett gewährleistet." Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in einem Teil der Region Veluwe nördlich von Arnheim führe "nur vereinzelt zu Beeinträchtigungen". So sei der Affenpark Apenheul in Apeldoorn vorsichtshalber geschlossen worden. Dagegen gebe es an der Nordseeküste, im Tulpenparadies "Keukenhof", im Abenteuerpark Hellendoorn und auch in Städten wie Amsterdam, Den Haag und Rotterdam - Europas Kulturhauptstadt 2001 - "keine Auswirkungen" für Urlauber.

Großbritannien wirbt um Urlauber

Auch Großbritannien, wo die Seuche erstmals in Europa auftrat, wirbt eifrig um Osterurlauber. "80 Prozent der 15.000 Top-Attraktionen sind geöffnet", meldet die Tourismus-Behörde  des Landes. 91 Prozent aller geplanten Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen fänden statt.

Haustiere dürfen mitgenommen werden

Das Dänische Fremdenverkehrsamt dementierte Meldungen, wonach Haustiere nach einem Urlaub in dem skandinavischen Land nicht mehr mit zurückgenommen werden dürfen. Hunde und Katze könnten sich nicht mit MKS anstecken, daher sei eine Mit- und Rückführung der Tiere unbedenklich, betont das Amt. Entwarnung gibt der ADAC auch für die anderen Länder: Es gebe keine Beschränkungen beim Transport von Haustieren. Lediglich beim Futter ist Vorsicht angesagt: Manche Länder verbieten die Einfuhr von Frisch- oder Dosennahrung, als Alternative ist Trockenfutter erlaubt.

Für Osterreisende, die sich über die aktuelle MKS-Situation in Europa informieren wollen, hat der ADAC ein Infotelefon eingerichtet: 089-76762575.

Ralf Geißler, ddp