20 Jahre SMS - eine Bilanz - DER SPIEGEL
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SPAM History 20 Jahre SMS - eine Bilanz

Seit 20 Jahren ist dieses Glücksgefühl auf der Welt: Es piept in der Hose - jemand will was von uns. 20 Jahre SMS, eine Riesen-Erfolgsstory!
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPAM hat recherchiert (siehe unten) und nennt die wichtigsten Fakten (bitte weiterleiten!).

Die Anfänge

Die ersten EKB-fähigen Handys waren zwar etwas unhandlich, dafür aber standardmäßig mit zwei Panzerabwehrraketen ausgestattet.

Die ersten EKB-fähigen Handys waren zwar etwas unhandlich, dafür aber standardmäßig mit zwei Panzerabwehrraketen ausgestattet.

Foto: FRED PROUSER/ REUTERS

Über die Ursprünge der SMS wird allgemein nicht gerne geredet: Als "Elektronischer Kurzbefehl" (EKB) wurde sie in Nazi-Geheimlabors erfunden, die Technologie 1945 nach Amerika verschifft, wo man die Konstruktionspläne zunächst nicht richtig deuten konnte und auf diese Weise versehentlich zunächst die Atombombe, dann den Fernseher und schließlich Lance Armstrong baute.

Diabolischer Plan

Besonders fies: Löschen scheint hier keine Option zu sein.

Besonders fies: Löschen scheint hier keine Option zu sein.

Foto: dapd

Erst als der 20-jährige Ingenieur William B. "Will" Williamson im Jahr 1992 die Konstruktionspläne richtig rum aufhängte, wurde der diabolische Naziplan in seiner ganzen Perfidie deutlich: Die gesamte dekadente Westwelt sollte sich selbsttätig von der Arbeit abhalten und mit sinnlosem Schwachsinn zutexten, und nicht einmal auf dem Klo wäre man davor sicher. Wie gut, dass die Nazis ihre finsteren Pläne nie in die Tat umsetzen konnten!

Erste Erfolge

Die Angewohnheit russischer Oligarchen, sich die SMS-Texte persönlich vortanzen zu lassen, hat die Popularität der neuen Technik in Osteuropa enorm verstärkt.

Die Angewohnheit russischer Oligarchen, sich die SMS-Texte persönlich vortanzen zu lassen, hat die Popularität der neuen Technik in Osteuropa enorm verstärkt.

Foto: NATALIA KOLESNIKOVA/ AFP

In der Urzeit der SMS wusste man's noch: SMS, das bedeutet "Send Me Siss" ("Schick mir dies", gesprochen in deutschem Befehlston). Millionen von Menschen haben sich nicht getraut, diese Aufforderung zu ignorieren - jede SMS wurde umgehend zurückgeschickt, usw., was den Erfolg dieses Nachrichtensystems zum größten Teil erklärt.

Pioniertat

Experten vermuten mittlerweile ein merkwürdiges Phänomen als Erklärung für die erste SMS-Übertragung.

Experten vermuten mittlerweile ein merkwürdiges Phänomen als Erklärung für die erste SMS-Übertragung.

Foto: FABRICE COFFRINI/ AFP

Die erste SMS der Weltgeschichte erreichte vor zwanzig Jahren ihren Empfänger. Da es damals noch gar keine SMS-Übertragung gab, ist es bis heute rätselhaft, wie sie da hinkam.

Folgetat

Mechaniker der Telekom auf dem Weg zum Übertragungssatelliten, auf dem die fehlende SMS vermutet wird.

Mechaniker der Telekom auf dem Weg zum Übertragungssatelliten, auf dem die fehlende SMS vermutet wird.

Foto: CHRISTOF STACHE/ AFP

Die zweite SMS der Weltgeschichte wurde dann schon von der Deutschen Telekom versandt. Mit ihrem Eintreffen wird dieser Tage gerechnet.

Risikotechnologie

Seit Indien an einem eigenen Navi-Programm arbeitet, sind die Straßen dort eher noch unsicherer geworden.

Seit Indien an einem eigenen Navi-Programm arbeitet, sind die Straßen dort eher noch unsicherer geworden.

Foto: Divyakant Solanki/ dpa

Die dritte SMS der Weltgeschichte ging irrtümlich an Herrn Hamsu Harawuschni in Kalkutta (damals noch Bombay). Drin stand, dass er sie UNBEDINGT weiterleiten solle, andernfalls ein Unglück geschehe - er konnte aber den Inhalt nicht lesen und wurde drei Tage später von einem Elefanten überfahren.

Traditionslinien

"Ich habe deine Nachricht versehentlich gegessen" gilt in Ost- und Mittelchina immer noch als relativ höfliche Ausrede.

"Ich habe deine Nachricht versehentlich gegessen" gilt in Ost- und Mittelchina immer noch als relativ höfliche Ausrede.

Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Schon die alten Chinesen kannten ein SMS-ähnliches Nachrichtensystem, das bei ihnen noch "Glückskeks" genannt wurde. Die Glückskekse mit ihren Botschaften wurden auf interkontinentalen Handelsrouten über Wochen, ja Monate transportiert, so dass der Empfänger beim Eintreffen kontrollieren konnte, ob der Glückskeks Recht gehabt hatte. Bei den heutigen, schnelllebigen SMS hingegen weiß man oft gar nicht, ob das stimmt, was drinsteht ("Hallo Mutti, habe gerade André Rieu getroffen, er braucht dringend 16.000 Euro auf folgendes Konto...").

Zukunftsvisionen

Erste Modellversuche legen nahe, dass sich sinnlose Mitteilungen auch auf Papier lesen lassen.

Erste Modellversuche legen nahe, dass sich sinnlose Mitteilungen auch auf Papier lesen lassen.

Foto: ROMEO RANOCO/ REUTERS

Insgesamt muss man die SMS aus heutiger Sicht als Erfolgsgeschichte bezeichnen. SMS sind bereits auf dem Mars, in der Wüste Gobi sowie in Köpenick gefunden worden, ihr Datenverschlüsselungssystem, die sogenannten "Buchstaben", sind längst Teil der Alltagskultur. Manche gehen bereits so weit zu behaupten, man könne ganze Nachrichtentexte mit Hilfe von "Buchstaben" auf Papier drucken und dieses Papier dann als "Zeitung" vertreiben - eine absurde Vision hoffnungsloser Träumer, aber immerhin eine Vision. Piep! Piep!