Alkohollobby mischt mit: Trinken und Fahren doch erlaubt? - DER SPIEGEL
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Alkohollobby mischt mit Trinken und Fahren doch erlaubt?

Gerade hatte das Bundeskabinett ein absolutes Alkoholverbot für Fahranfänger gebilligt, da gerät das Gesetzesvorhaben schon wieder ins Wanken. Ein einflussreiches Konsortium, angeführt von Jägermeister, Brau & Brunnen und Otto Sander, plädiert für ein Höchstmaß an Toleranz, und zwar "ohne jedes Wenn und Aber".
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Zur deutschen Feierkultur", so erläuterte Polizeigewerkschafter Konrad Freiberg, der als Sachverständiger vermittelt, gehöre nun einmal auch Alkoholgenuss in vielen situationsbedingten Abstufungen: zum Beispiel der kontrollierte Exzess, lustvolles Kampftrinken oder Saufen bis zum Abwinken. Um diese Kultur zu erhalten, streben die Lobbyisten Regelungen an, die sich schon in der Energiewirtschaft erfolgreich bewährt hätten. Ähnlich dem CO2-Markt könnte ein schwunghafter Handel mit Promillezertifikaten dazu beitragen, dass der Gesamtpegel der Bevölkerung konstant bliebe. Berechtigt zum Verkauf derartiger Zertifikate sind nach Ansicht des Konsortiums u. a. Martin Semmelrogge, Claudio Pizarro sowie die Mitglieder der Christlich-Sozialen Union.