Bundesnachrichtendienst Pech für Kurnaz
Geheimdienstkenner wollen keine Möglichkeit ausschließen. Vielleicht wurden die Blätter, also die Rückseiten, als Schmierpapier zum Mitschreiben bei der mittäglichen Skatrunde gebraucht oder es wurden Papierflieger daraus gefaltet. Vielleicht kamen sie wegen begrenzter Lagermöglichkeiten in den Reißwolf oder sie sind heruntergefallen. Womöglich stehen sie in der obersten Reihe im Regal oder sie wurden zum Auslegen der Flure beim Malern benötigt. Das lässt sich heute nun wirklich nicht mehr nachvollziehen, aber darauf kommt es momentan auch gar nicht an. Wichtig sind jetzt nur noch die als "VS-vertraulich" deklarierten Unterlagen, in denen nachzulesen ist, dass die ursprünglichen Akten verschwunden sind. "Wir konzentrieren uns voll und ganz auf diese Protokolle", sagte ein BND-Sprecher. Die Behörde sei fest entschlossen, die brisanten Papiere - möglichst - nicht zu verlegen. "Na ja", bekräftigte er den eisernen Willen der Geheimdienstler, "versuchen kann man's ja mal."