Oettingers Amok-Rede Filbinger raus und wieder rein?
("Ich habe mich vom Inhalt meiner Rede in den entscheidenden Passagen distanziert"), darf der Frechdachs nun ungehindert und mit dem Segen des Zentralrats der Juden via Charlotte Knobloch ("Wenn sich der Ministerpräsident von dieser Rede distanziert, dann sind wir damit einverstanden") weiterregieren. So weit, so business as usual.
Einen Haken hat die Sache leider trotzdem: durch die Rücknahme der Trauerrede ist die Beerdigung Filbingers natürlich ungültig geworden. Filbinger muß exhumiert und, sicher ist sicher, noch einmal odnungsgemäß unter die Erde gebracht werden. Der Trauerredner steht auch schon fest. Es ist: Günther Oettinger, der diese schöne Gelegenheit, unter Beweis zu stellen, dass er aus den Fehlern der Geschichte gelernt hat, nicht ungenutzt verstreichen lassen wird. Dies belegt ein Ausschnitt aus dem Manuskript der neuen Rede, das Oettinger vorab an die Presse gab.
Darin heißt es: "Hans Filbinger war ein Nazi-Schwein wie es in Deutschland nie ein größeres gegeben hat. Er hat Adolf Hitler und Millionen andere unschuldige deutsche Regime-Gegner zum Nazismus verführt und sein scheinbar harmloses Amt als Marine-Richter dazu missbraucht, eine Terrorherrschaft ohne geschichtliches Beispiel über Deutschland und Europa wüten zu lassen. Erst der verlorene Krieg brachte ihm seine allzu dummen Fehler zu Bewusstsein, und ab da war er dann ganz nett."
Beobachter gehen davon aus, dass nun alles gut wird.