Dopingbeichten: Fachleute kaum überrascht - DER SPIEGEL
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Dopingbeichten Fachleute kaum überrascht

Innerhalb der Flut der Dopinggeständnisse von Radfahrern, Ärzten, Mechanikern, Mannschaftsköchen und Siegerehrungshostessen ist ein interessantes Detail fast untergegangen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Freiburger Sportmediziner Andreas Schmid teilte in einem ersten Geständnis mit, dass er "seit Mitte der neunziger Jahre" am Dopingsystem beteiligt war. Kurz darauf ersetzte er in einer Zweitbeichte die Zahlenangabe durch "in den neunziger Jahren". Damit, so Schmid, wollte er darauf hinweisen, dass "das Nachfolgeteam T-Mobile nicht betroffen" sei.

Auch wenn Sporthistoriker darauf verweisen, dass die Namensänderung erst weit nach dem Jahr 2000 erfolgte, macht Schmid auf einen Umstand aufmerksam, der von Radsportexperten schon immer moniert worden war. Team Telekom war durch seinen Sponsor (Festnetzanbieter) aufgrund der unpraktischen Verkabelung in seinen Entfaltungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Häufig verfingen sich die Drähte an Bäumen oder unverkabelten Konkurrenten und behinderten so die Telekom-Asse, als besonders ungünstig erwiesen sich Standleitungen. Anderseits erlaubte der dauerhafte Zugang die unmerkliche Zuführung von unterstützenden Mitteln auch während der Fahrt.

Es liegt nahe, dass nach dem Wechsel zu T-Mobil (Mobilfunk) aufgrund der neu gewonnenen Bewegungsfreiheit der Fahrer Doping der Vergangenheit angehörte.