Kunst & Heimat: "Nadja" bleibt deutsch - DER SPIEGEL
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Kunst & Heimat "Nadja" bleibt deutsch

Ein "bekannter deutscher Privatsammler" hat bei einer Auktion für 2,15 Millionen Euro das von Emil Nolde gemalte Porträt "Nadja" ersteigert. Doch nicht das viele Geld begeisterte die Chefs des Auktionshauses Ketterer Kunst.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Am wichtigsten ist uns", so ein Sprecher des Hauses, "dass das Bild in gute Hände gekommen ist und in Deutschland bleibt".

Die Sorge, dass das Bild "in gute Hände" kommt, leuchtet sofort ein. Tägliches Abstauben, Nachbarbilder, mit denen es sich versteht und ein unverbaubarer Blick ins Freie sind unerlässlich für "Nadja".

Warum aber ist es wichtig, dass das Bild "in Deutschland bleibt"? Könnte es nicht auch behaglich und sicher in Kanada, Moldawien oder Lettland hängen? Schon, aber für die Menschen hier im Lande wäre dann vieles anders. Denn natürlich profitieren wir alle davon, wenn "Nadja" in Deutschland bleibt:

- Wenn wir abends nicht einschlafen können, ist es beruhigend, Nadja im Lande zu wissen.

- Endlich können wir die Frage "Was ist für Sie Deutschland?" beantworten - "Nadja".

- Wenn wir an das Bild denken, müssen wir nicht ins Ausland denken.

- Wir können eine potenzielle Jauchfrage beantworten, ohne einen Joker zu verschwenden.