Wirtschaft & Konjunktur Dramatischer Einbruch?
Seit 55 Jahren werden die Frühjahrs- und Herbstgutachten der Bundesregierung stets von denselben sechs Wirtschaftsforschungsinstituten erstellt. Ab sofort sind nur noch vier im Rennen. Erstmals ist das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nicht dabei.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?
Klaus Zimmermann, Präsident des DIW, sieht diese Entwicklung gelassen. Man werde dann eben eine eigene Prognose auf den Markt bringen.
Allerdings bewerte sein Institut die Arbeit der Bundesregierung jetzt unter Berücksichtigung eigener, aktueller Analysen. Da ihr jeglicher wirtschaftlicher Sachverstand fehle, keinerlei strategische Linie erkennbar sei und sie zudem als beratungsresistent gelten müsse, wobei das DIW zwar wisse, wer da helfen könne, aber bitte, rechne das Institut nunmehr "mit einem Konjunktureinbruch im zweistelligen Bereich, wenn nicht noch schlimmer".
Zimmermann bleibt trotzdem verhalten optimistisch: "Es ist immer noch möglich, das alles zu verhindern, verdammt noch mal."