Religion & Politik: "Wunscherfüllendes Juwel" in Hamburg - DER SPIEGEL
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Religion & Politik "Wunscherfüllendes Juwel" in Hamburg

Der 14. Dalai Lama, Träger diverser tibetischer Titel wie "Ozean der Weisheit" und "Mitleidiger Buddha", besucht Deutschland. Eine für die Gastgeber heikle Visite, da China den Gottkönig nach wie vor als Staatsfeind betrachtet.
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Um es sich also nicht mit den Chinesen zu verscherzen, werden zwei unterschiedliche Strategien favorisiert. Die traditionelle Linie, während des Besuchs keine Nachrichten nach China zu liefern oder im Videotext nur die Zeilen des Bildschirms zu beschreiben, die außerhalb des Blickfelds der Chinesen liegen, also ganz oben und ganz unten, findet immer weniger Anhänger.

Die Hamburger Politik setzt denn auch auf offensive Argumentation. Bürgermeister Ole von Beust, dem eine chinesische Protestnote zuging, weil er dem Dalai Lama eine Eintragung ins Goldene Buch der Stadt gewähren will, reagierte darauf freundlich, aber bestimmt.

Das Goldene Buch, so erklärte er den Chinesen, sei gar nicht goldfarben, sondern eher gelb. Wenn er seinem Gast uneingeschränkte Solidarität zusichere, dann natürlich nur mit heimlich hinter dem Rücken gekreuzten Fingern. Und dass er selbst die ganze Zeit lächeln werde sei zwar unumgänglich, aber dieses Lächeln sei selbstverständlich falsch und das, so der Bürgermeister, "müssten Sie als Asiaten doch verstehen".