Medien: ARD und ZDF kontra Atomindustrie - DER SPIEGEL
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Medien ARD und ZDF kontra Atomindustrie

Erst Brunsbüttel, dann Krümmel, jetzt das Kernkraftwerk Unterweser. Diesmal haben die Verantwortlichen bei den Öffentlich-Rechtlichen schnell reagiert.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wegen der anhaltenden Pannenserie werden ARD und ZDF nun doch nicht - wie von Umweltminister Gabriel angeregt - Direktübertragungen aus den Kontrollwarten der deutschen Atommeiler ins Programm nehmen. Ursprünglich sollte auf den früheren Tour-de-France-Sendeplätzen darüber berichtet werden, wie Männer in tadelloser Arbeitskleidung auf Monitore starren, gelegentlich irgendwelche Knöpfe drücken, sich ratlos anschauen, das schrille Warnsignal abstellen, die Schultern zucken und sich gegenseitig wieder nachschenken.

Da die Intendanten von ARD und ZDF aber darauf bestehen, ausschließlich "saubere" Arbeit durch die Fernsehmillionen zu fördern, soll nun statt der AKW-Berichte etwas "Ungefährliches" ins Programm genommen werden. Im Gespräch sind ein 360-Grad-Schwenk vom Feldberg (aus Sicherheitsgründen zeitversetzt), ein Zusammenschnitt sämtlicher Reden Gerhard Schröders (nur Hilfsverben) oder der Blick aus dem Führerstand eines (streikenden) Lokführers.