Leistung & Entlohnung: Was gönnen wir der Elite? - DER SPIEGEL
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Leistung & Entlohnung Was gönnen wir der Elite?

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) hat Stoff für erregte Debatten geliefert: Um 19 Prozent seien die Jahresgehälter der Vorstandsvorsitzenden der 30 Dax-Konzerne innerhalb eines Jahres gestiegen. Und schon wird auf die deutschen Spitzenmanager eingeprügelt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wüste Beschimpfungen müssen die Wirtschaftkapitäne über sich ergehen lassen, selbst Injurien wie "Raffgier" oder "Lokführer" fallen.

Übersehen wird dabei, dass es für die Gehaltssteigerungen im gehobenen Angestelltenbereich gute Gründe gibt. Und dass die Zahlen aufgebauscht werden:

- 19 Prozent - 30 Dax-Unternehmen: Das entspricht gerade mal einem guten halben Prozent je Konzern. Von "Maßlosigkeit" kann da wohl kaum die Rede sein.

- Müssten die Führungskräfte sich in der Heimat mit der allgemeinen Steigerungsrate (1,5 bis 3 Prozent) bescheiden, würden sie allesamt ins Ausland gehen. So könnte Ackermann in die Schweiz abwandern oder nach Venezuela.

- Die Unternehmen können die Aufwendungen für ihre Vorstände als "Ausgaben" verbuchen. Die Erfolgsformel lautet: "mehr Ausgaben, weniger Steuern, mehr Gewinn".

- Mit den zusätzlichen Einkünften kurbeln unsere Spitzenleute den Binnenkonsum an (Knabberwerk, alkoholische Getränke, koreanische Mittelklassewagen).

- Für die kommenden Jahre haben nahezu alle Dax-Unternehmen "erhebliche Gewinnsteigerungen" in Aussicht gestellt. Es gilt als sicher, dass dieses Ziel durch "deutliche Mehrausgaben" erreicht werden soll.