Politik uneinig:: Wie böse sind Lokführer? - DER SPIEGEL
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Politik uneinig: Wie böse sind Lokführer?

Seitdem aktuelle Umfrageergebnisse zeigen, dass in der Bevölkerung langsam das Verständnis für den Streik bei der Bahn schwindet, liefern sich Deutschlands Politiker einen spannenden Wettstreit: Wer hat die besten Lokführer-Beschimpfungen parat?
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Nachdem Laurenz Meyer (CDU) vergleichsweise harmlos vorgelegt hatte ("eine Minderheit, die sich auf Kosten der Allgemeinheit austobt"), verschärfte sein sozialdemokratischer Kollege Rainer Wend den Ton deutlich und empörte sich über "Egoisten", die ein "Grundrecht missbrauchen" und "zur Vernunft gebracht werden" müssen.

Da wollen die anderen Parteien natürlich nicht nachstehen. So sprach Bayerns neuer Ministerpräsident Günther Beckstein in einem Interview von "arbeitsscheuem Gesindel, das totgeschlagen gehört". Außerdem forderte er, die Familien der Lokführer "mit Stumpf und Stiel auszurotten".

FDP-Chef Guido Westerwelle dagegen schlug vor, die Lokführer allesamt zu entlassen, da sie nicht gebraucht würden: Aufgrund der "exzellenten Situation am Humankapitalmarkt" sei es deutlich wirtschaftlicher, die Züge von Langzeitarbeitslosen ziehen zu lassen.

Unterdessen hat die Vorsitzende der Grünen, Claudia Roth, gegen die GdL Strafanzeige wegen Volksverhetzung gestellt. Der Begriff "Lok-Führer", so Roth, verherrliche in unerträglicher Weise das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte und verletze zutiefst die Gefühle der Opfer.