Flucht und Vertreibung: Entvölkerte Talkshows - DER SPIEGEL
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Flucht und Vertreibung Entvölkerte Talkshows

Nachdem nun auch Moderator Joachim Bublath fluchtartig eine Gesprächssendung verlassen hat, muss der Fernsehzuschauer seine Sehgewohnheiten radikal ändern.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gekommen um zu bleiben?

Der gewiefte Talkshowgast will nur aus einem Grund in die Sendung eingeladen werden: um sie spektakulär vor laufender Kamera möglichst schnell wieder zu verlassen.

Wer zuerst?

Entschlossenheit ist mehr denn je gefragt: Wer zögert, muss bis zum Schluss bleiben.

Und so geht es weiter:

Blödes Tief!

Aus Ärger über eine sich nähernde Kaltfront verlässt Jörg Kachelmann inmitten des Wetterberichts das Studio. Die Front nähert sich trotzdem. Ohne sich abzuschwächen!

Verpatzt

Um Menschen auf sich und ihre Situation aufmerksam zu machen, will Susan Stahnke einen sensationellen Abgang hinlegen. Das Vorhaben scheitert, Frau Stahnke findet den Ausgang nicht.

Sauerei!

Fernsehkoch Otto Koch stürmt während der Sendung "ARD Buffet" aus dem Studio. Ohne den Herd auszumachen! Alles angebrannt... Reaktion der Gäste beim Kosten: Ahhhh! Ohhhh!

Verschlafen

Eingenickt! Schade. So kann Marcel Reich-Ranicki doch nicht wie geplant schimpfend hinausstürzen, um auf die Inkompetenz seiner Kollegen hinzuweisen.

Clever!

Anwalt Gregor Gysi sichert sich vertraglich die Erstverlassrechte einer Gesprächsrunde, der Finanzminister hat das Nachsehen.

Völlig verlassen

Flieht dagegen der Interviewer aus dem Studio, hat der Gast immer noch die Chance, sich selbst zu befragen. Bundespräsident Köhler fragt leider zu umständlich, versteht seine Fragen nicht, muss mehrmals zurückfragen. Aus Protest verlässt er die Sendung.