Alterskriminalität: Rentnerpartei bald tot? - DER SPIEGEL
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Alterskriminalität Rentnerpartei bald tot?

Skandal um die "Grauen Panther": In der letzten Woche ließ die Staatsanwaltschaft Wuppertal Konten der Seniorenpartei sperren und einen Millionenbetrag beschlagnahmen. Gegen mehrere Funktionäre laufen Ermittlungen. Doch was wird den Beschuldigten eigentlich vorgeworfen?
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Beweise?

Veruntreuung: Der Schatzmeister und sein Stellvertreter sollen große Teile der Gelder aus der staatlichen Parteienfinanzierung auf private Konten umgeleitet haben. Wie die Staatsanwaltschaft auf einer Pressekonferenz mitteilte, ist von dem Geld aber nicht mehr viel übrig: "Die beiden haben fast alles für Heizdecken und Katzenfutter ausgegeben".

Viele Unruhs

Betrug: Wie sich während der Ermittlungen herausstellte, ist die populäre Parteigründerin Trude Unruh seit fast zwölf Jahren tot – in der Öffentlichkeit posieren seitdem wechselnde Doppelgängerinnen, die von Mitgliedern des Parteivorstands bei Bedarf aus Altenheimen entführt werden. Aktuelle Unruh-Darstellerin ist Else D. (97) aus Gelsenkirchen, deren Vernehmung allerdings wenig Aufklärung brachte, da sie den Beamten immer wieder mit Gegenfragen antwortete ("Wo bin ich?").

Verlockungen für Beamte

Versuchte Bestechung: Der mit dem Fall beauftragte Staatsanwalt staunte nicht schlecht, als sich eines Tages der stellvertretende Parteivorsitzende Manfred A. telefonisch bei ihm meldete und "ein interessantes Tauschgeschäft" vorschlug: Als Gegenleistung für die Einstellung der Ermittlungen offerierte er "zehn Pfennig für einen schönen Kinoabend mit der Familie" und bot außerdem an, "interessante Geschichten von früher" zu erzählen, "so viel Sie wollen, junger Mann". Wegen ähnlicher Vorkommnisse sitzen zur Zeit sechs weitere hochrangige Parteifunktionäre in Untersuchungshaft; sie hatten unter anderem Bonbons, Schokoriegel und selbst gebackenen Streuselkuchen in Aussicht gestellt.