WM-Qualifikation: Gemein: Ganz viele andere gegen uns! - DER SPIEGEL
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WM-Qualifikation Gemein: Ganz viele andere gegen uns!

Nachdem sich der erste Schock über die Auslosung zur Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 gelegt hat, wird beim Deutschen Fußball-Bund jetzt intensiv debattiert: Wie kann sich unsere Auswahl in dieser Hammergruppe behaupten?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Klare Analyse

Hans-Dieter Flick, der Assistent von Bundestrainer Joachim Löw, fand ungeachtet der dramatischen Situation (Aserbaidschan!!, Finnland!, Liechtenstein!!!, Russland!, Wales!) deutliche Worte: "Man kann nicht von Losglück sprechen..."

Aserbaidschan

Die unbekannte Fußballgroßmacht von ziemlich weit weg ist vor allem deshalb so unberechenbar, weil man bei uns kaum etwas über sie weiß. Die wenigen verbürgten Fakten flößen jedoch Respekt ein: Aserbaidschan hat weltweit eine der höchsten Telefonvorwahlen (+994)!

Das beliebte Erfrischungsgetränk "Schärbät" ist für Mitteleuropäer nur schwer zu erkennen, da es aus Milch oder Zitrone, Minze oder Basilikum oder aber auch aus vielen anderen verschiedenen Früchten zubereitet werden kann. Eine sichere Identifizierung ist dennoch jederzeit möglich, und zwar über den Namen ("Schärbät").

Finnland

Ein Gegner, der über viele Stärken verfügt: Ausdauer, Trinkfestigkeit, Kältetoleranz. Schwächen zeigt er so gut wie keine, höchstens vereinzelt im technischen Bereich (Nokia).

Liechtenstein

Das Fürstentum verfügt über exakt 17 männliche Bewohner im spielfähigen Alter. Dies bedeutet für die Liechtensteiner einen Riesenvorteil, da sie extrem gut aufeinander eingespielt sind. Probleme haben die Liechtensteiner aber mit der Verständigung: Es gibt einen alemannischen Dialekt des Hochdeutschen, die höchstalemannisch-walserdeutsche Mundart, die hochalemannischen Dialekte und die alemannischen Ortsdialekte, die sich von Gemeinde zu Gemeinde teilweise sehr stark voneinander unterscheiden. Die Spieler kommunizieren ausschließlich über Gesten und Gesichtsausdrücke.

Russland

Erstreckt sich über die Zeitzonen von +1 bis +11 und zusätzlich über diverse Klimazonen. Weil das sehr umständlich ist, kicken die erfolgreichsten russischen Spieler im Ausland: Roman Abramowitsch beim FC Chelsea und Boris Singarjewitsch beim FC Everton, Towarisch Gazprom in Gelsenkirchen, Alisher Usmanov steht vor einem Wechsel zu Arsenal London. Ein Ansatz für die Strategie des deutschen Trainerstabs: Die Russen wissen nicht, was "Heimvorteil" bedeutet.

Wales

Die Waliser bringen Superstars nahezu am Fließband hervor. Um nur einige zu nennen: Tom Jones, Shirley Bassey, Bonnie Tyler, die Manic Street Preachers, Catatonia, die Super Furry Animals, die Stereophonics , Richard Burton, Anthony Hopkins, Catherine Zeta-Jones, Dylan Thomas. "Wenn es uns gelingt", so Assistenz-Trainer Flick, "die Angst vor den großen Namen abzulegen, ist alles drin, auch ein 0:0."

Deutschland

Natürlich steht das deutsche Team angesichts der schier ausweglosen Situation mit dem Rücken zur Wand. Aufgeben will die Mannschaft aber nicht. Trainer Löw bekennt sich ohne Wenn und Aber zu den bevorstehenden Aufgaben: "Wir werden antreten."