Eisbärendrama: Verstoßen, verlassen - verloren? - DER SPIEGEL
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Eisbärendrama Verstoßen, verlassen - verloren?

Der Nürnberger Zoodirektor Encke wird heftig attackiert. Er weigerte sich, zwei Eisbärenbabys, deren Mutter sich kaum um sie kümmerte, per Hand aufziehen zu lassen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seine Begründung: Die Handaufzucht sei "unnatürlich", bei Individuen "aus Handaufzucht fällt auf, dass sie sich schwertun, Nachwuchs normal aufzuziehen". Auch die Paarung missglücke später häufiger.

Obwohl Encke massiv angegriffen wird, lässt er sich nicht erweichen. Etliche Pannen bei der von ihm abgelehnten Methode der Jungenaufzucht zeigen, dass der Biologe durchaus Recht haben könnte.

Warnungen missachtet

Obwohl Ole von Beust Vorfahren hat, musste er per Hand aufgezogen werden. Biologen hatten von Anfang an vor den Folgen gewarnt: Früher Eintritt in die CDU, Landesvorsitz der Jungen Union und schließlich gar Mitglied im CDU-Bundesvorstand. Und tatsächlich - genauso kam's!

Normal?

Handaufzucht-Opfer Oliver Kahn: Tut sich nicht nur bei der "normalen" Aufzucht des Nachwuchses schwer. Wie sein Pfleger bestätigt, benimmt sich Kahn auch beim Reden, Gucken und Ballwegschlagen alles andere als "normal".

Tierpsychologen entsetzt!

Aufgezogen per Hand - Claudia Roth. "Unnatürlich"? Die meisten Tierpsychologen halten in diesem Fall "widernatürlich" für angemessener.

"Es rächt sich, später!"

Per Hand aufgezogen: Roland Koch. "Schwierigkeiten nur bei der Paarung? Schön wär's", sagen seine Betreuer, "nein, immer und überall!"

Worst-Case-Szenario

Johannes Kerner: Natürlich ein Extrembeispiel. "Aber", so warnen erfahrene Wärter, "niemals dürfen wir die Augen davor verschließen, welche furchtbaren Folgen die Handaufzucht haben kann".