Meet & Greet: Superstars hautnah - DER SPIEGEL
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Meet & Greet Superstars hautnah

Noch bis Sonntag läuft die Berlinale. Nur wenige Glückliche konnten Eintrittskarten für die Vorstellungen ergattern. Doch die wahren Glückspilze bestaunen ihre Idole nicht nur im Kino, sondern dürfen ihnen leibhaftig begegnen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wer sich bei einem "Meet-and-Greet"-Qualifying durchsetzen konnte, auf den warten die aufregendsten Stunden des Lebens sowie die sonst absolut unerreichbaren Megastars.

Lampenfieber

Was oft vergessen wird: Auch für die Stars gehören die Begegnungen mit ihren Fans zu den gar nicht so zahlreichen Glücksmomenten im Stardasein.

Nur noch wenige Momente, dann wird Penelope Cruz dem ehemaligen Drogisten und jetzigen Frührentner Richard Z. (59) aus Berlin-Schöneberg gegenübertreten.

"I love you all"

Während der Konzentrationsphase unmittelbar vor dem Treffen hat jeder Künstler seine eigene Mentaltechnik. Schauspieler Evan Ross schwört auf die Methode "Freude zulassen".

Doch die eigentlich Herausgeforderten einer "Meet-and-Greet"-Begegnung sind die Fans...

"Na, und sonst so...?"

...denn was sagt man zu einem Weltstar? "Schöne Schuhe, Frau Cruz!" oder "So, ich muss dann auch wieder, Mister Khan..."?

Wer im Angesicht seines Idols nicht gleich die passenden Worte findet, sollte das Gelingen des kostbaren Augenblicks nicht durch missglückte Formulierungen riskieren. Am sichersten ist es immer noch, minutenlang und hemmungslos zu kreischen. Die Botschaft - unerschütterliche Verehrung und Anbetung - wird von den Künstlern mit Sicherheit verstanden.

Gesicht zeigen

Schauspieler sind extrem wandlungsfähig. So kann es durchaus passieren, dass ein Ausnahmekünstler wie Til Schweiger (s. Foto) die Fans in überraschender Aufmachung empfängt. Doch davon sollte man sich nicht irritieren lassen. Auch wenn für viele Künstler diverse Formen des Permanentmarketings zur Gewohnheit geworden sind, steht auch für sie der intellektuelle Austausch an erster Stelle.

Keine Schuldscheine, bitte!

Trotz gewissenhafter Vorbereitung der Konversation ("Hallo!", "Wie geht's?", "Kino? Nee, wir haben Premiere, wegen Fußball...") kann die Unterhaltung ins Stocken geraten. Um peinliche Gesprächspausen zu überbrücken, sollte beim Meet & Greet immer etwas zum Signieren zur Hand sein: Erklärungen beliebigen Inhalts mit dem Vermerk "gesehen:" oder Periodika wie "Deutsches Ärzteblatt", "Geliebte Katze", "Häusliche Pflege", beliebt sind auch Ikea-Kataloge.

Intensives Treffen

Schauspieler Ben Kingsley ist dafür bekannt, dass er bei den Begegnungen mit seinen Fans kaum spricht. Seiner Beliebtheit tut das keinen Abbruch.

An diesem Abend warten noch etliche treue Anhänger... 

Gleich...

Joseph F., der über eine abgebrochene Fotografenausbildung verfügt und daher mit dem Medium Film vertraut ist, eilt zu seinem Idol Ben Kingsley.

Schade

Das Meet & Greet mit Herrn F. scheiterte dann doch in letzter Sekunde. Mister Kingsley musste die noch ausstehenden Begegnungen des Abends aus Zeitgründen absagen.