Suizidindustrie: Schnäppchenwochen bei Dignitas - DER SPIEGEL
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Suizidindustrie Schnäppchenwochen bei Dignitas

Eine von den Schweizer Selbstmordexperten vertriebene neue Methode (Plastiksack über den Kopf, Helium einleiten, inhalieren, ersticken) hat auch Kritiker auf den Plan gerufen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Sie befürchten, dass der Tod durch langsames, "mehrere zehn Minuten" dauerndes Ersticken beim Sterbewilligen auch negative Emotionen (Langeweile, in Einzelfällen Ungeduld, Selbstmordgedanken) auslösen könne. Dignitas kontert dieses Argument bislang damit, dass das "Edelgas Helium ungiftig" und darum für die Kunden "absolut ungefährlich und in keiner Weise gesundheitsschädlich" sei.

Der Hauptvorwurf der Gegner aber richtet sich gegen die "soziale Selektion". Selbstmord bei Dignitas sei entschieden zu teuer und "nur für Besserverdienende erschwinglich" ("Welt": "Freitod kostet bei Dignitas 5900 Euro").

Dignitas hat umgehend reagiert und stellt nunmehr (www.dignitas.ch) wesentlich preisgünstigere Suizidmethoden "auch für den kleinen Geldbeutel" zur Verfügung, u. a.:

- "mit Tempo 160 gegen einen Brückenpfeiler rasen (750 Euro),

- noch günstiger bei Tempo 110 (ganze 500 Euro!),

- in Richtung Horizont schwimmen, bis das Ufer nicht mehr erkennbar ist (375 Euro, Einschränkung: nur für Schwimmer!),

- Superschnäppchen: Abwarten und Verscheiden durch Zeitablauf (nur 99 Euro!!)."