Glaubwürdigkeitsschock Zeitungsleser glauben (fast) alles
Dies ergab eine recht verlässliche Forsa-Untersuchung. Anlass war ein anonymer Forumseintrag zur Stasi-Affäre der "Berliner Zeitung": Die Reaktion vieler Leser mache den Eindruck "als hätten sie vorher alles geglaubt, was in der Zeitung steht." "Das war ein Schock für uns", bekennt zerknirscht deren Geschäftsführer/Chefredakteur Josef Depenbrock, "wir dachten doch immer, wir machen nur so Fischpapier für die Marktfrauen!" Eine Forsa-Blitzumfrage verdeutlicht das Ausmaß des Desasters: Danach glauben 99,9 Prozent aller Befragten an die Existenz des Kölner Doms, wenn dieser in der "Tageschau" eingeblendet wird (oder zumindest an die eines sehr ähnlichen Doms in einer anderen Stadt). Stehen dagegen die Worte "Kölner Dom" in einem Zeitungstext, so können sich immerhin 8,4 Prozent vorstellen, dass dies auf einen Druckfehler oder die Stasi-Vergangenheit des Urhebers zurückzuführen ist. "Damit haben wir einen gewaltigen Vorsprung vor den elektronischen Medien", gewinnt Deppenbrock (Name ähnlich) der Krise auch gute Seiten ab.