Telekom-Affäre: Obermann wirbt um Vertrauen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Telekom-Affäre Obermann wirbt um Vertrauen

Die Bespitzelungsaffäre der Deutschen Telekom hat das Image des Konzerns ramponiert. Telekom-Chef Obermann geht zur Schadensbegrenzung in die Offensive.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Unmittelbar nach einem Treffen im Bundesinnenministerium zum Datenschutz will Obermann konkrete Pläne vorstellen. So soll der Vorstand in Kürze ein 9-Punkte-Programm beschließen, in denen die Telekom sich von bisherigen Abhörpraktiken distanziert.

Künftig will die Telekom

- verhindern, dass per Telefon heikle Themen besprochen werden,

- so kann der mithörende Beamte laut Anweisung "hüsteln oder verbal ermahnen (na na!)"

- der Telekombeauftragte agiert weitgehend neutral,

- Losprusten oder anhaltendes Gelächter sind unerwünscht,

- kein zur Schau getragenes Desinteresse (Gähnen, Musikhören),

- angemessene Einwürfe ("Quatsch!", "England ist gar nicht qualifiziert!" oder "Das entscheiden doch Sie als Verbraucher!") sind gestattet,

- die Kosten für das Abhören sollen gerecht verteilt werden,

- also auf alle,

- dadurch muss allerdings verstärkt abgehört werden (wer zahlt, hat ein Recht auf Leistung).