Fernsehpannen: Flaggen-Buhrow rehabilitiert - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Fernsehpannen Flaggen-Buhrow rehabilitiert

Die Verwendung einer rot-schwarz-goldenen Fahne in der ARD ist nach Erkenntnissen der Intendanz nicht Moderator Tom Buhrow anzulasten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Discountfahne?

Da Buhrow "während der Sendung deutlich sichtbar nach vorne schaute", konnte er die hinter ihm eingeblendete Flagge "weder sehen noch die Farben zurechtrücken".

Der Fehler wurde offenbar durch die Sparpolitik der ARD begünstigt: Der Sender hatte kurz zuvor bei einem rumänischen Fahnengroßhändler einen größeren Posten "Originalnationalflaggen" nach Auskunft der Haushaltsabteilung "sehr, sehr günstig" erstanden.

Kein Einzelfall!

Wenig glaubhaft scheint die Entschuldigung der ARD, dass sich "mal der Fehlerteufel" eingeschlichen habe. Der kritische Zuschauer registriert es eher mit Verwunderung, wenn ausnahmsweise korrekt berichtet wird. Auch diese Momentaufnahme liefert leider nur einen weiteren Beleg dafür, dass das Programm zumeist als Serie von Pannen daherkommt: Als der Reporter beim Spiel gegen Portugal auf den Trainer der deutschen Nationalmannschaft zu sprechen kam, blendete die Regie einen rauchenden Chaoten vor acht (8!) größtenteils geleerten Gläsern ein!

Aber hallo!

Der für seine Stilsicherheit bekannte Stylist Bruce will sich in der Syling-Show "Bruce" ein Paar Schuhe über den Kopf stülpen. Was aber drückt der (ARD!)-Requisiteur dem Mann(!) in die Hand? Damenschuhe! Na danke!

Und das ZDF? Die auch?

Ja.

Die Pannendichte mag etwas geringer ausfallen als bei der ARD, dafür sind die Fehler umso extremer: Auf die Ankündigung, jetzt zum "Moderator" schalten zu wollen, erscheint ein offenkundig verwirrter älterer Herr auf dem Bildschirm und scheitert bei dem Versuch, etwas zu erklären. Was, ist nicht bekannt.

Ehrenrettung, fragwürdige

Die Öffentlich-rechtlichen sollten sich nicht damit trösten, dass die Privaten es auch nicht besser machen. Die Privaten haben zudem den Vorteil, dass Pannen bei ihnen weniger auffallen: Als RTL eine weitere Folge von "Deutschland sucht den Superstar" senden wollte, wurden versehentlich Aufnahmen ausgestrahlt, die Dieten Bohlen unmittelbar nach einem Raubüberfall auf sein Anwesen (s. Foto) zeigen. Weder Zuschauer noch die Sendeleitung bemerkten den Irrtum.

Mit Absicht?

Knifflig für die Sendeleitungen wird es meist erst dann, wenn der Verdacht aufkommt, dass es sich nicht um einen anstaltstypischen Blackout eines Mitarbeiters, sondern um eine bewusste Verzerrung des Geschehens handelt. So wurde die Übertragung einer Ansprache der Kanzlerin vor Militärangehörigen in der ARD (unter Bild) mit den Worten "...lauschten hingerissen..." kommentiert.