Kommentar: Der Druck aufs Mittelmeer wächst - DER SPIEGEL
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Kommentar Der Druck aufs Mittelmeer wächst

Es hatte sich abgezeichnet.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Längst nicht mehr nur Insider hatten schon seit Wochen zu munkeln begonnen, was nun, im Lichte des Tageslichts, an Kohärenz, an Präsenz gewonnen hat: Das Mittelmeer hat eine Union gegründet.

Ist es der Aufschrei der Natur selbst, der uns in dieser Nachricht so unmittelbar berührt? Der unser Inneres mit melancholischen Melodien anfüllt? Man habe, sagt Frankreichs Präsident, im malerischen Küstenstädtchen Paris "vier Stunden lang in einem Raum zusammen gesessen und einvernehmlich etwas beschlossen". Ob das vielleicht nichts sei? Man muss ihm Recht geben: Wie sehr ist es nicht das In-einem-Raum-Sitzen, das Brüten und Be-Brüten von Problemen, welches manchmal den entscheidenden Durchbruch erbringt!

Viele große Entscheider, so erzählt man sich auf den kreisrunden Fluren innerer Zirkel, sollen ihre epochalen Einfälle im Schlaf gehabt haben, nachdem sie zuvor eingedämmert, nachdem ihre Gesichter in die Zitronencreme gerutscht waren - wieso nicht auch diesmal? Oder in Zukunft? Das Mittelmeer, soviel sollte jedem Beteiligten klar sein, kann keinen weiteren Aufschub verkraften.

Jens-Karl Bochtler von der ARD-Arbeitsgruppe Kommentatorenkoordination