Wirbel in Berlin: Wo redet Obama? - DER SPIEGEL
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Wirbel in Berlin Wo redet Obama?

Das Brandenburger Tor ist aus dem Rennen. Doch die deutsche Hauptstadt hat zahlreiche andere attraktive Redeorte zu bieten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Obamas Team, das nur über bruchstückhafte Ortskenntnisse verfügt, muss jetzt nur noch ausloten, welche Motive oder auch Tücken sich hinter den diversen Vorschlägen verbergen.

Tempelhof

Gilt in den Medien derzeit als Favorit. Zu klären ist aber, ob die hoffnungslos veraltete Flugtechnik nicht doch ein falsches Signal für Obamas Kampagne (Change) geben könnte. Zusatzhemmnis: merkwürdige Typen, die sich dort herumtreiben.

Keine starren Vorgaben!

So argumentiert die SPD. Der Vorschlag von Generalsekretär Hubertus Heil: Deutschland! Sollte das den Amerikanern nicht konkret genug sein...

Sonst...

...SPD.

Vor unseren Plakaten!

Dieser Vorschlag der FDP dürfte Wunschdenken bleiben. In Obamas Team gibt es Befürchtungen, dass hinter dem Ansinnen der Liberalen parteitaktische Überlegungen stehen könnten. Zudem gilt das Motiv (Entwurf Dr. Roger Kusch) als "zu wenig lebensbejahend".

Nähe Stadtschloss!

Diese Anregung (Einreicher: Verein Stadtschloss Berlin) wurde als "örtlich interessant" eingestuft, also abgelehnt. Die Tatsache, dass in Berlin "aus Kostengründen eine Schlossfassade mit ohne was dahinter" errichtet werden soll, könnte bei den Erwägungen der Redeortfindungskommission durchaus eine Rolle gespielt haben.

Olympiastadion

Vehement befürwortet wird dieser Veranstaltungsort vom Management Mario Barths, das zuvor auch den Vorschlag erarbeitet hatte, Obama als "Vorgruppe für den Mario" auftreten zu lassen. Obamas Berater lehnen das aber ab ("höchstens umgekehrt") und bezweifeln zudem, ob es bei den Zielgruppen tatsächlich Überschneidungen gibt.

Verlag

Die CDU steuerte die Idee bei, ein "großes, unabhängiges und überparteiliches Verlagshaus" als Auftrittsort zu wählen. Obamas Team prüft derzeit die möglichen Folgen einer solchen Entscheidung, besonders "für den Fall, wenn wir ablehnen".

Uni?

Das von Frank-Walter Steinmeier unterbreitete Auftrittskonzept sorgt bei den amerikanischen Medienprofis für Unverständnis: '"Uni - okay! Aber was meint er mit 'live'? Wie reden die denn in Deutschland?"