Live-Ticker, 19.54 Uhr: Mann-aus-Illinois-Tag Wechselgeld liegt in der Luft
Wohin man auch schaut: erschöpfte, doch glückliche Gesichter. Wen man auch fragt: das tiefe Empfinden, heute einem Tag beigewohnt zu haben, welcher nie wieder vorkommen wird. Sie habe, sagt eine blonde Frau (23) in der Nähe des Hackeschen Marktes, Barack "Barack" Obama persönlich gesehen, wie er von einem T-Shirt herabgeblickt habe; andere wollen ihn auf Stadtmagazinen oder im Internet erkannt haben. Wieder andere brüsten sich, selber beinahe mal in Amerika gewesen zu sein.
"Change"! Wie eine Verheißung hängt dieses Wort, das ein Vorfahr des Mannes aus Illinois erfunden haben soll, als ein griffiger englischer Begriff für "Wechselgeld" gesucht wurde, über der Stadt. Change. Alles, so will es dieses Wort, könnte jetzt anders werden, die Sonne könnte sinken, die Läden könnten zu schließen beginnen, ein jeder sich in ein Zuhause trollen, über dem ein seltsamer Glanz liegt. Barack "Barack" Obama hat Berlin besucht, hat eine Stadt in ein Fieber versetzt, hat einen Taumel der Gerüchte erzeugt: Manche munkeln sogar, er würde am Abend noch eine Rede halten wollen. Daran zu glauben, fehlt den meisten die Kraft.