Autoren, aufgepasst! Gotha lockt und betört
Dafür wird der Autor "eigene literarische Gesprächsrunden durchführen, an öffentlichen Veranstaltungen teilnehmen, wöchentliche Zeitungsbeiträge gestalten, mit Schulklassen und Kindertagesstättengruppen arbeiten, die Projektarbeit in den Kinder- und Jugendtreffs sowie der freien Szene unterstützen" sowie "eine literarische Projektbeschreibung in Form eines Arbeitstagebuches erstellen" und ein sogenanntes "eigenständigen literarischen Werk erarbeiten", für dessen tatsächliche Fertigstellung er noch mal 1200 Euro kriegt. So schreibt die Residenzstadt Gotha (und zwar in echt!). Erst angedacht sei dagegen, dass künftige Stipendiaten ihre Werke von langhaarigen Jugendtrefflern kritisieren lassen, sich täglich zu Gedichtrezitationen bei gleichzeitigem Füßekneten der Gothaer Stadträte einfinden sowie alle städtischen Verlautbarungen auf grammatikalische Richtigkeit prüfen. "Wir sind eine echte Kaderschmiede", preisen die Stadträte ihr Angebot. "Wer unser Stipendium überlebt, braucht sich vor nichts und niemandem auf der Welt mehr zu fürchten."