"Gildet nicht" gibt's nicht Hessen streitet um Wahl-Modalitäten
Vor einer möglicherweise doch unvermeidlichen Ministerpräsidentenwahl verlangt er Probeabstimmungen in der einen oder anderen beteiligten Fraktion. Auch ungenannt bleiben wollende SPD-Abgeordnete (SPD) protestieren: "Wir wollen keine Namen nennen - aber woher wissen wir eigentlich, dass nicht Frau Metzger dann heimlich für die Ypsilanti stimmt?" Sie fordern "Sicherheitsabstimmungen" vor und nach der jeweiligen Probeabstimmung; auch die Möglichkeit, die Wahl im Nachhinein per Fingerklipp als "gildet nicht" zu erklären, werde intensiv diskutiert.
Die CDU dagegen hat bereits mit eigenen Probeabstimmungen gedroht, "möglicherweise sogar mehreren, mit jeweils anderem Ergebnis". Hardliner schließen nicht aus, dass dabei "aus Witz" Tarek Al-Wazir eine deutliche Mehrheit erhalten könnte. "Für unsere Abgeordneten kann ich nicht garantieren", sagt auch der Hausmeister der Wiesbadener Staatskanzlei, Roland Koch (CDU). Grundsätzlich stehe er dem Prinzip von Probeabstimmungen aufgeschlossen gegenüber. Derzeit, so Koch, arbeite seine "Art Landesregierung" sogar daran, Probeabstimmungen auch für Landtagswahlen zuzulassen - "die letzte könnte zum Beispiel so gewertet werden".