Kommentar der Woche: Unser aller Vesuv! - DER SPIEGEL
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Kommentar der Woche Unser aller Vesuv!

Wer jemals, liebe Leserinnen, liebe Leser, eines jener ganz typischen neapolitanischen Straßencafés besucht oder auch nur, angesichts drängender Notdurft etwa, ganz kurz von innen gesehen hat, der kann
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

...sich der Erkenntnis des gesamten Ausmaßes der sich abzeichnenden Katastrophe nicht erwehren. Wovor Forscher, deren Kollegen, die Kollegen der Kollegen, ja selbst leicht verfeindete Ex-Kollegen der Kollegen und nicht zuletzt auch Büroangestellte mittlerer Einkommenslagen nicht müde werden zu warnen, davor zu warnen sollte man nicht ablassen: Der Vesuv, jener mächtige, von unten her seit Äonen und Aberäonen gegen die (nur scheinbar) fest verschlossene Erdoberfläche drängende, gar zu oft am Rande eines brüllenden Berstens befindliche, sehr, sehr große Vulkan - den nur Nichtkenner und Verharmloser als "Berg" anzusprechen sich nicht, und das Wort sei erlaubt, verkneifen können - er steht kurz vorm Ausbruch! Die Hinweise verdichten sich, verdicken förmlich zu einer unansehnlichen, zum Tageslicht hin sich schiebenden Masse, welche noch den weitest Entfernten unbequem hin- und herruckeln lässt auf den Drehpolstern seiner Selbstbezogenheit: Augiae stabulum repurgare! Jeden Moment kann es passieren. Die Folgen, lieber Leser, sind nahezu unabschätzbar - Sie entschuldigen mich bitte kurz.

Jens-Karl Bochtler von der ARD-Arbeitsgruppe "Kommentatorenkoordination"