Aus für Ypsilanti!: Man hätte es ahnen können... - DER SPIEGEL
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Aus für Ypsilanti! Man hätte es ahnen können...

Vier Mitglieder der hessischen SPD wollen aus der Landtagsfraktion austreten. Damit sind die Chancen Andrea Ypsilantis dahin, sich zur Ministerpräsidentin wählen zu lassen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Unter den vier Gegnern Ypsilantis ist mit Jürgen Walter auch der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes. Ihm bescheinigen seine Genossen immerhin"eine bemerkenswerte Konsequenz":

"Von mir? Igittigitt!"

Dem Koalitionsvertrag zwischen der SPD und den Grünen mochte Genosse Jürgen Walter nicht zustimmen, er nannte Teile des Vertrags einen "Riesenfehler". Dies klingt glaubhaft, da Walter, der maßgeblich an den Vertragsverhandlungen beteiligt war, die Details sehr gut kennt.

Tägliche Fingerübungen...

...in ähnlichen Disziplinen sind für Walters Umfeld schon Routine. So berichten Mitarbeiter von einer Episode in der Parlamentskantine im Wiesbadener Landtag. Als Walter ein Zweitwasser bestellte, um sich gleich darauf bei der Servierkraft R. zu beschweren, dass die alleinige Tatsache der durch ihn ausgelösten Bestellung keinesfalls hinreichend dafür sei, dass er sich auch zur Annahme und Bezahlung verpflichtet fühle, konnte Frau R. den Konflikt schnell entschärfen: Die Beschwerde sei gegenstandslos, selbstredend hätte sie nie daran gedacht, der Bestellung nachzukommen.

Auch privat...

...agiert Walter ähnlich berechenbar: Als er kurz vor der Trauung seiner Frau den Ehevertrag präsentierte, musste er dem selbstverfassten Dokument seine Zustimmung verweigern: "Damit kommen wir doch niemals durch, Schatz!"

Angekündigte Revolte

Angesichts der von Walter sehr temperamentvoll vorgetragenen Absichtserklärung, er werde ihnen "niemals, liebe Genossinnen und Genossen, niemals ein X für ein U vormachen", war der weitere Lauf der Dinge klar.

Endgültig...

...besiegelt war das Scheitern Ypsilantis, als sie kurz darauf mitteilen musste: "Herr Walter hat mir im Vier-Augen-Gespräch mitgeteilt, dass er mich wählt." Walter bestätigte später sowohl diese Äußerung als auch die logische Konsequenz für sein weiteres Vorgehen: "Ich konnte gar nicht anders, schließlich sind auch mündliche Übereinkommen bindend..."