Kommentar: Möbelgriff als Chance! - DER SPIEGEL
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Kommentar Möbelgriff als Chance!

Dramatisch, wuchtig und scharf - so analysieren unsere Experten die aufziehende Rezession. Ein großen Ein- und Zusammenbrechen wird über uns kommen und wir werden sonntags wieder über die Autobahnen spazieren.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Trotzdem muss man nun nicht in ein permanentes Wehklagen verfallen. Weil: Nicht für alles ist die Rezession schlecht. Überhaupt nicht schlecht ist die Rezession zum Beispiel für beständige Möbelgriffe. Für die kommt nämlich jetzt eine Zeit reinster Freude. "In Zeiten der Rezession in beständige Möbelgriffe investieren" - mit dieser Binsenwahrheit frohlockte jetzt wieder einmal ein Hamburger Möbelgriffunternehmen. Aber: Was tun, wenn man diesen Ratschlag schon während der Rezessionsjahre 2002, 2003 und 2004 im großen Maßstab befolgt hat? Wenn nun also längst alle Türen und Möbel zu Hause mit beständigen Doppel- und Dreifachgriffen ausgerüstet sind (einen für werktags, einen für Sonntag und einen für Frank Elstner)? Tja. Vergebens sucht man in den großen Industrienationen der Welt nach Vasen, Brettchen oder auch Teppichen mit Griffen! So dass man sagen muss: Hier ist global etwas ganz gehörig verschlafen worden. Wer nämlich jetzt solche Griffbrettchen oder Griffteppiche anzubieten hätte, der wär fein raus, der müsste nicht bei seiner Regierung um Geld betteln.

Erika Bochtler, Mutter von Jens-Karl Bochtler vom "ARD-Arbeitskreis Kommentatorenkoordination"